In den Städten wird es immer heißer, die Menschen müssen sich auf längere und häufigere Hitzeperioden einstellen. Auch München stehen extremere Temperaturen bevor. Nach dem Vorbild anderer Metropolen setzt die Stadt darum seit einigen Jahren auf den Bau von Trinkbrunnen. Denn: In München, immerhin eine der am stärksten versiegelten Großstädte Deutschlands, gibt es bislang nur 114 ausgewiesene Trinkwasserbrunnen. Das hitzeerprobte Rom ist da schon weiter: Bereits 1884 wurde mit dem Bau schön gestalteter Trinkbrunnen begonnen, rund 2500 sind es bis heute. In Wien gibt es 1300 solcher Brunnen. Für Linderung bei großer Hitze auf dem Stadtasphalt sorgen in der österreichischen Hauptstadt zudem Wassernebelduschen.2016 war in München im Rahmen eines Pilotprojekts ein Trinkbrunnen am Rindermarkt aufgestellt worden, 2019 wurden dann einige Zierbrunnen am Viktualienmarkt zu Wasserspendern umgebaut. Nun geht es Schritt für Schritt voran, allerdings gemächlich. Bis Oktober kommt ein weiterer Trinkbrunnen hinzu, an dem Bürgerinnen und Bürger sich rund um die Uhr kostenfrei mit Trinkwasser versorgen können. Bis 2027 werden laut Baureferat fünf weitere Anlagen im Stadtgebiet gebaut, insgesamt werden es dann 120 sein. Anders als in Städten wie Rom allerdings werden die Brunnen in den Herbst- und Wintermonaten winterfest gemacht und sind in dieser Zeit nicht nutzbar.Ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen am Münchner Rindermarkt. Stephan RumpfDie Ausgaben für die Erschließung, Beschaffung, Montage und den Anschluss eines neuen Trinkbrunnens liegen laut einem Sprecher des Baureferats zwischen 60 000 und 100 000 Euro. Bei neuen Anlagen belaufen sich die jährlichen Betriebskosten auf etwa 8000 Euro. Die Trinkwasserbrunnen werden zweimal pro Woche inspiziert, gereinigt und bei Bedarf gewartet. Einmal pro Monat wird die Qualität des Wassers im Labor geprüft. An allen Brunnen sind Hinweisschilder angebracht; Mängel können über einen QR-Code gemeldet werden. Die Qualität ist sehr gut: Das Münchner Trinkwasser gilt als einer der besten Europas. Gespeist werden die Brunnen mit Wasser, das vor allem aus dem Mangfalltal (rund 75 Prozent) und dem Loisachtal (rund 15 Prozent) kommt.Die Stadt München hat 2024 eine interaktive Karte mit kühlen Orten veröffentlicht; dort sind beispielsweise Badeseen, Kirchen, Friedhöfe, Parks, einzelne Bäume auf öffentlichen Grundstücken, Gewässer und Schwimmbäder ausgewiesen. Zudem gibt es eine interaktive Karte mit den Standorten der Trinkwasserbrunnen.Klimaprojektionen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt deuten darauf hin, dass sich die Zahl der Hitzetage in München bis zum Ende des Jahrhunderts verdoppeln könnte; Temperaturen über 40 Grad seien möglich. Die Stadt plant deshalb unter anderem, in der Altstadt 150 neue Bäume zu pflanzen. Zuletzt waren Diskussionen um die hohen Kosten für die Bäume entbrannt. Über 2027 hinaus könnte auch der Ausbau der Trinkwasserbrunnen aufgrund der Haushaltsprobleme der Landeshauptstadt ins Stocken geraten.
München Trinkwasserbrunnen gegen Hitze: Ausbau bis 2027 geplant
München baut Trinkwasserbrunnen gegen steigende Hitze aus. Bis 2027 sind 120 Brunnen geplant, mit kostenfreiem Wasser aus Mangfall- und Loisachtal. Qualität wird streng geprüft.








