Der vielleicht wichtigste Sozialdemokrat in diesen Tagen hat vorher für einen Arbeitgeberverband gearbeitet. Viele wissen das nicht, weil die Vereinigung der Filmproduzenten erst mal einen Fokus auf Kreativität und Kunst vermuten lässt. Aber als Chef dieser „Produktionsallianz“ hat Björn Böhning tatsächlich Tarifverhandlungen geführt, flexible Arbeitszeiten vereinbart und im Arbeitgeberverband mitgemischt. Dessen Hauptgeschäftsführer ist für ihn immer noch „der Steffen“, auch wenn ebendieser Herr Kampeter so manche SPD-Position in der aktuellen Reformdebatte eher unfreundlich kommentiert, um es vorsichtig zu sagen.Von Björn Böhning, 48, hängt in diesen Tagen einiges ab. Wenn sich Kanzler, Vizekanzler und bayerischer Ministerpräsident am 1. Juli zu ihrem lange angekündigten Reform-Stelldichein treffen, sollen nach Möglichkeit die meisten Streitpunkte bereits ausgeräumt sein – damit es nicht wieder so geht wie im April in der Villa Borsig, als die Spitzen persönlich zwei Tage konferierten und am Ende trotzdem nichts herauskam. Für die Vorbereitung im Hintergrund sorgte bislang Böhning gemeinsam mit CDU-Kanzleramtschef Thorsten Frei und CSU-Innenminister Alexander Dobrindt, neuerdings sind auch die beiden Fraktionschefs Jens Spahn und Matthias Miersch dabei. Weil aber die aktuell wichtigsten Themen Rente, Arbeitsmarkt und Steuern entweder für die SPD zentral sind oder für Klingbeil als Finanzminister, steht Böhning besonders im Fokus.
Bjoern Boehning: Der Effiziente soll die Koalition retten
Der Sozialdemokrat Björn Böhning war Juso-Chef, Landespolitiker, Staatssekretär, Filmlobbyist. Jetzt soll er die Berliner Koalition retten. Höchste Zeit, ihn kennenzulernen.









