Die Bundeswehr sucht Nachwuchs, die Politik ringt um neue Dienstmodelle – und an den Schulen wächst die Unruhe. Immer wieder protestieren Schülerinnen und Schüler gegen eine mögliche Wehrpflicht, allein in Berlin gehen Tausende auf die Straße. Zugleich wirbt die Bundeswehr mit Millionenbudgets um junge Menschen. Ein Gespräch mit dem 17-jährigen Berliner Nuri Falkenberg, Schüler eines Gymnasiums in Prenzlauer Berg, über den leisen Druck der Bürokratie, die Angst vor dem Ernstfall und ein Vertrauen, das brüchig geworden ist.
Nuri, ihr habt an eurer Schule eine Podiumsdiskussion organisiert unter dem Titel: „Niemand hat Bock auf Kaserne – kommt jetzt also die Wehrpflicht, Herr Staatssekretär?“ Das Thema berührt Jugendliche offenbar sehr.
Auf jeden Fall. Wir hatten als Schülergruppe vorher schon mal eine Diskussion zum Thema Social-Media-Altersbeschränkungen organisiert. Das war auch superwichtig, aber jetzt war der Andrang so groß, dass wir am Ende die Türen zuhalten mussten, weil in die Aula gar nicht mehr Leute reinpassten. Was mir besonders aufgefallen ist: Es waren wirklich Schülerinnen und Schüler dabei, die ich vorher gar nicht als politisch interessiert eingeschätzt hätte. Und die haben dann trotzdem Fragen gestellt und im Nachhinein noch mit den Gästen diskutiert. Das fand ich schon sehr beeindruckend.







