Es sollte das Spiel ihres Lebens werden. Zweimal nacheinander war die U20 der Berliner Adler im Finale um die deutsche Meisterschaft gescheitert. Beide Male musste sie zuvor zum großen Konkurrenten, den Panthers, nach Düsseldorf reisen. Dieses Mal findet das Finale in Berlin statt, und der Glaube daran, zu Hause endlich deutscher Meister zu werden, ist gewaltig. Doch dann knallt es. Einmal, zweimal, immer wieder, bis Cheftrainer Zach Cavanaugh und Offensiv-Coach Yannik Rohrschneider am selben Morgen gefeuert werden. Die Spieler weigern sich, das Finale zu spielen. Zum einen aus Loyalität ihrem Trainer gegenüber, zum anderen, weil Cavanaugh und Rohrschneider die einzigen Offensivcoaches der Mannschaft sind.

Neustart mit „The Program“

Zwei Jahre später sitzt Cavanaugh auf einer kleinen Bierbank. Seine neue Mannschaft nennt sich „The Program“. Über einen Bekannten fand er bei Viktoria Mitte die Möglichkeit, ein neues, eigenes Football-Team ins Leben zu rufen. Etwa 30 von 45 Spielern der neuen Mannschaft waren zuvor bei den Adlern. Cavanaugh hat gerade das Training beendet, Fitness und eine Videoanalyse standen auf dem Programm. Es ist schon dunkel geworden, als er anfängt, fast eine Stunde lang zu erzählen. „Ich halte mich für den besten Coach der Stadt und ich bin immer noch ein guter Spieler“, sagt er. Aus Mangel an Alternativen nahm er in der Saison 2024/25 aber jeweils sechs Stunden im Zug in Kauf, um bei den Minden Wolves in der Nähe von Hannover zum Training zu gehen.