Wenn ehemalige Fußball-Profis tatenlos auf der Tribüne zuschauen müssen, wie ihre einstige Mannschaft ein entscheidendes Finale spielt, ist das oft ein nervenaufreibendes Gefühl. So erging es den beiden Berliner Fußball-Brüdern Paul (24) und Johannes (26) Manske. Sie litten mit ihrer VSG Altglienicke im Endspiel um den Berliner Landespokal gegen den BFC Dynamo. Die Manskes sahen zusammen mit Ex-Profi Torsten Mattuschka (45), dem prominenten sportlichen Leiter der VSG, wie ihr Team nach dramatischem Spielverlauf im Duell der beiden Regionalligisten mit 2:1 in der Verlängerung siegte.Dieser Erfolg bedeutet die Teilnahme an der ersten Runde im DFB-Pokal und rund 210.000 Euro Prämie. Nach dem Triumph wurde gemeinsam mit den Familien auf dem Vereinsgelände, der Willi-Sänger-Sportanlage in Baumschulenweg, gegrillt und gefeiert.

Nachhaltig wachsen statt Ergebnisfixierung

Die Manske-Brüder standen im Mai 2020 noch selbst im Team der VSG, die damals, nach einem sensationellen 6:0-Sieg im Finale gegen Viktoria 89, zum ersten Mal den Berliner Pokal errang. Damals trainierte Karsten Heine sehr erfolgreich die VSG. Er beschrieb mir nun die Brüder, von denen jeder über 100 Pflichtspiele für Altglienicke bestritt, so: „Paul war meist rechter Verteidiger oder im Mittelfeld aktiv und äußerst zuverlässig. Johannes war eine typische Nummer neun, sehr laufstark und fleißig. Beide sind charakterlich tolle Jungs.“Außergewöhnlich ist vor allem, wie es mit den Brüdern weiterging. Im Dezember 2025 beendeten beide ihre Karrieren. Sie spielten gemeinsam u.a. bei der Hertha-BSC-Jugend, beim SV Meppen und in Altglienicke. Im Januar dieses Jahres folgte der Wechsel ins Management der VSG. Beide sind gleichberechtigte „Geschäftsführer Strategie und Vereinsentwicklung“, neu geschaffene Stellen. Das ist eine seltene Konstellation, die aber bestens in die neue Strategie der VSG passt, die weg will von der kurzfristigen Ergebnisfixierung, stattdessen nachhaltig wachsen will als Verein mit insgesamt sieben Abteilungen.