PfadnavigationHomePolitikDeutschlandMünster„Wird europaweit wahrgenommen“ – Erste islamisch-theologische Fakultät nimmt Betrieb aufStand: 00:39 UhrLesedauer: 3 MinutenBlick auf das Fürstbischöfliche Schloss, Sitz der Uni MünsterQuelle: Rolf Vennenbernd/dpaStudenten an der Uni Münster können sich ab dem 1. Juli einschreiben. Das Ziel: ein zeitgemäßer Islam in Europa. Es soll acht Professoren, einen neuen Religionscampus und eine der weltweit größten Bibliotheken geben.Jahrelang dauerten die Vorbereitungen, nun ist es so weit: Ab dem 1. Juli wird die Uni Münster eine islamisch-theologische Fakultät haben. Dabei handelt es sich um die erste derartige Fakultät in Europa.Das akademische Leben beginnt demnach nach der Besetzung aller Gremien im Wintersemester 2026/2027. „Man kann dann unter anderem Lehramt für islamischen Religionsunterricht studieren“, heißt es in einem Video auf der Instagram-Seite von Münster Update, wo lokale Veranstaltungen beworben werden. Dafür werde es acht Professoren, einen neuen Religionscampus und eine der weltweit größten Bibliotheken geben.Die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die Gründung von Europas erster islamisch-theologischer Fakultät als Meilenstein gewürdigt. „Die Fakultät wird europaweit wahrgenommen werden“, erklärt die frühere deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl in einem Gastbeitrag für das Kölner Internetportal domradio.de.Ihre Gründung bedeute eine Stärkung der wissenschaftlichen Theologie insgesamt, so die katholische Theologin. „Diese Fakultät und der Campus der Religionen können nicht zuletzt helfen zu verstehen, dass Religionen weltweit einflussreich sind und es ohne den Frieden der Religionen keinen Frieden der Nationen geben wird“, schreibt Schavan weiter.Ausbildung von ReligionslehrernGründungsdekan ist der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide, der bereits seit 2012 Direktor des Zentrums für Islamische Theologie an der Hochschule ist. Es bildet unter anderem Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht aus. Mit der Neugründung hat die islamische Theologie jetzt auch die Möglichkeit, sich ein eigenes Promotionsrecht für die Vergabe von Doktortiteln zu geben. Auch können die Prüfungskommissionen eigenständig besetzt werden.Lesen Sie auchSchavan schreibt dazu, es sei sehr wichtig, dass die Theologien an den Universitäten verankert und im Dialog mit anderen Wissenschaften seien. „Sie werden gemessen an den allgemeinen wissenschaftlichen Standards; sie kooperieren mit anderen Fakultäten. Das sind Voraussetzungen für Glaubwürdigkeit und Akzeptanz in der internationalen Wissenschaftswelt.“Lesen Sie auchWichtig sei der Dialog von Theologie und anderen wissenschaftlichen Fächern auch „angesichts der Neigung von Autokraten, Religionen für ihre Zwecke und die Stabilisierung von Macht zu kapern“. Es sei eine historische Erfahrung, dass „Religionen Geschichten von Heil und Unheil schreiben. Das gilt bis in unsere Tage. Umso mehr bedarf es der wissenschaftlichen Reflexion und auch der Wirksamkeit von wissenschaftlicher Theologie in modernen Gesellschaften“.Angefangen haben die Islamwissenschaftler in Münster im Jahr 2010 mit drei Mitarbeitern und 13 Studenten. Heute sind es 450 Studenten und rund 80 Mitarbeiter.An der nun geschaffenen Islamischen Fakultät gibt es aber auch Kritik. „Leider ist es zu vielen Hasskommentaren auf unterstem beleidigenden Niveau gekommen, sodass wir die Kommentarfunktion in diesem Beitrag ausgestellt haben“, heißt es in dem Beitrag von Münster Update.KNA/saha