Russlands Armee steckt in der Ukraine fest, die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit Kiew eröffnet, und Donald Trump hat im Kreis der G 7 zugesagt, Moskau härter unter Druck zu setzen. In Berlin hofft man deshalb, dass Wladimir Putin einem Waffenstillstand bald zustimmen könnte. Das kann sein. Wahrscheinlich ist es aber nicht, denn Putin hat Grund, noch weiterzukämpfen.Seine nächste Chance ist die Präsidentenwahl in Frankreich 2027. Wenn dann die Nationalisten siegen, könnte die EU ins Trudeln geraten – ein Schlag für die Ukraine, die Europa dringend braucht. Dasselbe gilt, wenn 2029 in Britannien „Reform UK“ gewinnt oder in Deutschland die AfD. Das würde Putin wieder stark machen, und deshalb wird er vielleicht bis dahin weiterkämpfen. Europa muss sich also darauf einstellen, dass der Krieg noch Jahre dauern könnte.Einiges kann sofort geschehen. Die 90 Milliarden Euro, welche die EU der Ukraine gerade zugesagt hat, reichen höchstens für zwei Jahre. Es ist deshalb zwingend, die eingefrorenen Guthaben der russischen Zentralbank, 210 Milliarden Euro, sofort der Ukraine zu geben, so wie das die Chefin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, gerade wieder gefordert hat. Damit Belgien, wo die Gelder größtenteils liegen, dann nicht Putins Rache ausgesetzt ist, muss die EU die Konten in eigene Regie übernehmen.
Europa muss die Ukraine an sich binden - aus eigenem Interesse
Die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand sind naiv. Europa muss die Ukraine an sich binden, um Russland auf Dauer einzudämmen.








