An einem Tag im Jahr erklingen in mehr als 180 Orten Deutschlands gleichzeitig Musik und Gesang. Der Sommer hat gerade begonnen, Menschen ziehen durch Straßen und Parks, lassen sich treiben und von Klängen anlocken, die aus Cafés, Kirchen, Hinterhöfen und von Plätzen dringen. Für einen Tag wird die Stadt selbst zur Bühne.
Dieser Tag ist der 21. Juni. Dann findet jährlich und weltweit die Fête de la Musique statt. Das Musikfest schafft eine seltene Form der Begegnung: Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Lebensrealitäten kommen zusammen – beim Musizieren oder beim Zuhören. Straßen, Plätze und Kneipen werden zu Orten des Austauschs, der Kreativität und des gemeinsamen Erlebens. Im Vordergrund steht die Musik, und alles andere kann für einen Abend einmal in den Hintergrund treten.
Die Fête de la Musique, der Name lässt es erahnen, stammt ursprünglich nicht aus Deutschland. Das internationale Musikfest entstand 1982 in Frankreich und wird seitdem jedes Jahr zum kalendarischen Sommeranfang gefeiert. Mitte der 1990er-Jahre erreichte die Idee auch Deutschland: 1995 fand in Berlin die erste deutsche Fête de la Musique statt. Von dort aus verbreitete sich das Format nach und nach in weitere Städte. „Die Entwicklung verlief nicht als zentral gesteuerter Aufbau, sondern eher als kontinuierlicher Prozess, der stark von lokalen Initiativen getragen wurde“, erklärt Morena Piro, Netzwerkkoordinatorin der Fête de la Musique Deutschland.















