Die Bedingungen für die Entstehung des Gewitters seien ideal gewesen, sagt ein Meteorologe.20.06.2026, 14.13 Uhr3 LeseminutenHelfer bergen ein Auto unter einem umgestürzten Baum an der Rämistrasse.Claudio Thoma / KeystoneUmgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, eine schwer verletzte 16-Jährige: Am Freitagabend verwüstete ein Gewitter die Stadt Zürich und ihre Umgebung.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Meteorologen wussten zwar, dass es stark gewittern würde, aber dass es ausgerechnet das dicht besiedelte Zürich treffen würde, war unklar. Denn der exakte Verlauf eines solchen Unwetters ist schwer vorherzusagen. Was klar war: «Die Voraussetzungen für ein Gewitter waren gut», sagt Andreas Asch, Meteorologe bei Meteo Schweiz, und er erklärt, wie es dazu kommen konnte.Der Freitag war ein heisser Tag. Und es gab Feuchtigkeit in der Luft: Zwei wichtige Voraussetzungen für die Entstehung eines Gewitters. Das allein reicht aber noch nicht aus, sagt der Fachmann und erklärt, dass es einen speziellen Auslöser für ein Gewitter brauche, einen Hebungsmechanismus, durch den die energiereiche warme Luft weiter nach oben getrieben wird.Ein Tiefdruckgebiet begünstigt das GewitterIm aktuellen Fall sei eine schwache Störung in den höheren Luftschichten der Auslöser gewesen. Sie ist von West nach Ost über die Schweiz gezogen. Dadurch gelangte in der Höhe kältere Luft über die heisse Luftschicht, was die Luftschichtung instabil machte. Das förderte die Bildung von Quellwolken und schliesslich auch Gewitter.Die Gewitter entstanden laut Andreas Asch erst relativ weit oben, weil die Feuchtigkeit weiter unten nicht ausgereicht hatte, um Gewitterwolken zu bilden. Und wenn Gewitter weiter oben entstehen, steige das Risiko für starken Wind. Beginnt es bei einem Gewitter zu regnen, so sorgt das für Abwinde. Temperatur- und Druckunterschiede in den Luftschichten führen schliesslich dazu, dass heftiger Wind entstehen kann.Dass dieses Gewitter viele Schäden verursachte, liegt laut Andreas Asch auch daran, dass es ausgerechnet den Grossraum und die Stadt Zürich besonders intensiv traf. Asch: «In weniger besiedelten Gebieten wäre das Gewitter sicher auch weniger aufgefallen.»Vergleich mit anderen UnwetternDenn eigentlich, so der Fachmann, sei es kein extrem heftiges Gewitter gewesen. Es habe eher wenig gehagelt. Man habe Windgeschwindigkeiten von rund 70 Kilometern pro Stunde in der Region Zürich gemessen. «Das ist kein grosser Sturm, da hatten wir schon deutlich stärkeren Wind, auch in Zusammenhang mit Gewittern.» Zum Vergleich: Laut Meteo Schweiz wurde die stärkste Windböe im Zusammenhang mit einem Gewitter 1985 in Glarus erfasst. Sie erreichte eine Geschwindigkeit von 190 Kilometern pro Stunde.Bemerkenswert sei der starke Regen gewesen: Stellenweise gingen über 50 Millimeter nieder, und dies in kurzer Zeit, in Sihlbrugg und in Waldegg 57 Millimeter in einer Stunde. Auch hier ein Vergleich: Den Rekord für die höchste Niederschlagsmenge hält Locarno Monti mit 91,2 Millimetern in einer Stunde. Das war im Jahr 1987.Für die nächsten Tage rechnet Andreas Asch mit wenigen Gewittern im Flachland und er geht davon aus, dass sie schwächer ausfallen werden. Der Grund: «Wir haben nun zunehmend einen Hochdruckeinfluss.» Der wirke stabilisierend, denn bei Hochdruck sinke die Luft grossräumig ab. Asch erklärt: «Das wirkt der Hebung der Luft entgegen, die für die Entstehung eines Gewitters nötig ist.»Passend zum Artikel
Zürich: Wie es zu dem verheerenden Gewitter kam
Die Bedingungen für die Entstehung des Gewitters seien ideal gewesen, sagt ein Meteorologe.













