Der Choriner Musiksommer ist eine Institution. Am Samstagabend (20. Juni) finden die ersten Konzerte statt. Im August gibt sich dann in der Ruine des ehemaligen Choriner Zisterzienserklosters der berühmte RIAS Kammerchor Berlin die Ehre. Der Traditionschor tourt international, sogar im fernen Äthiopien finden Konzerte statt. Chordirektor Bernhard Heß spricht mit der OAZ über die neue Beliebtheit von Chören, Nachwuchssorgen und Wünsche an die Politik.

Herr Heß, was macht den RIAS Kammerchor Berlin aus Ihrer Sicht zu einem der bedeutendsten Chöre Europas?In erster Linie ist es die Repertoirevielfalt, die der Chor abbildet. Sprich: Barockmusik ab frühem 17. Jahrhundert in allerhöchster Qualität und mit den führenden Protagonisten der Alte-Musik-Szene; dann durch die Epochen bis hin zu aktuellster Musik.

Der Chor steht also gleichermaßen für die Pflege der älteren Musik wie für zeitgenössische Werke. Wie gelingt es Ihnen, diese beiden Welten miteinander zu verbinden? Das gelingt dadurch, dass man sich immer wieder neu und sorgfältig auf die jeweils aufzuführenden Repertoires einstellt. Das ist zum einen eine hohe Kunst, die unsere Sängerinnen und Sänger da mitbringen und die die Dirigenten von ihnen verlangen. Auf der anderen Seite ist das etwas, was unsere Leute können, weil sie es hauptberuflich machen.