Ein Triumph für Labour – und gleichzeitig ein schwerer Schlag für den Labour-Premier Keir Starmer. So lässt sich das Ergebnis bei der Nachwahl zum Parlament gestern im nordenglischen Makerfield zusammenfassen. Ein Triumph ist es, weil der Labour-Kandidat Andy Burnham entgegen den meisten Umfragen mit 55 Prozent der Stimmen eine klare absolute Mehrheit einfahren konnte. Damit stoppte der Noch-Bürgermeister von Manchester den Siegeszug der neurechten Reform UK, die zuletzt bei Lokalwahlen reihenweise einstige Labour-Stammsitze übernommen hatte. Die Partei von Nigel Farage kam nur auf 35 Prozent, ihre rechtsradikale Konkurrenzpartei Restore Britain auf 7 Prozent. Einen schweren Schlag bedeutet das Ergebnis zugleich für Keir Starmer, weil es zeigt: Viele Wählerinnen und Wähler trauen dem volksnahen, menschlich zugänglicheren Andy Burnham sehr viel mehr politische Strahlkraft und Führungsstärke zu.

Den rund 75.000 Wählerinnen und Wählern in Makerfield war völlig klar, dass es bei dieser Wahl darum ging, Burnham mit jenem Parlamentssitz auszustatten, den er braucht, um Starmer zu stürzen. Jetzt, so die allgemeine Erwartung, wird der »König des Nordens«, wie Burnham auch genannt wird, gen Süden ziehen, um Starmer, dem Premier von der traurigen Gestalt, den politischen Todesstoß zu versetzen. Aber wie, und vor allem wie schnell, könnte das geschehen?