Amanda Hess schreibt für die »New York Times« über Technologie und Internetkultur und war lange in der Rolle der Beobachterin. Dann wurde sie Mutter, und ihr Verhältnis zur Technik änderte sich grundlegend. Plötzlich bestimmten KI-gestützte Babyphone, automatisierte Kinderwiegen und Eltern-Influencer ihr Leben. Mutterschaft, sagt Hess, ließ sie Technologie neu entdecken. Vor allem die schlechten Seiten.
DIE ZEIT: Frau Hess, inwiefern hat Ihre erste Schwangerschaft Ihren Blick auf Technologien verändert?
Amanda Hess: Meine Beziehung zu Technik war lange die einer Beobachterin: Ich probierte etwas Neues aus, versuchte, seine Ästhetik und Auswirkungen zu verstehen, schrieb darüber und legte es wieder beiseite. Ich hatte also das privilegierte Gefühl, technische Entwicklungen aus einer gewissen Distanz betrachten zu können. Als ich schwanger wurde, veränderte sich das. Ich war zum ersten Mal schwanger, wusste wenig darüber und hatte den Großteil meines bisherigen Lebens damit verbracht, eine Schwangerschaft zu vermeiden. Plötzlich war ich gegenüber diesen Produkten auf eine Weise verletzlich und empfänglich, die mir neu war.







