Bei dem Licht der Welt, das ein Neugeborenes redensartlich erblickt, handelt es sich heutzutage oft um den kalten Schein eines Handybildschirms. Schließlich legt manch werdender Vater das Gerät auch im Kreißsaal nicht aus der Hand. Zumindest nicht freiwillig, wie Kinderärztin Christina Gugg weiß. Ein Fall hat sich ihr besonders eingeprägt. Eine Entbindung per Kaiserschnitt war das. Gugg begleitete sie als Medizinerin der Eltern-Kind-Station an der Universitätsklinik Salzburg. Der Vater war anwesend. „Er hat alles gefilmt, ich glaube, es war sogar ein Videotelefonat“, erinnert sich Gugg. Als er zum Baby durfte, habe er es nur durch den Bildschirm angeschaut. „Ich habe ihm das Handy weggenommen“, sagt Gugg. Dann habe sie ihm das Kind in den Arm gelegt. Kurze Zeit später hielt der Vater das Smartphone wieder in der Hand.