Erneut ist es am Münchner Hauptbahnhof zu einer brisanten Ansammlung von Menschen gekommen. Am frühen Freitagnachmittag – mitten in der Hauptreisezeit – bildete sich in der großen Gleishalle ein dichtes Gedränge; offenbar ausgelöst durch Bauarbeiten am Gleis 19. Menschen kamen in dem Pulk, der vom Gleis bis zum ohnehin engen Bereich vor den Bahnsteigen nahezu feststeckte, weder vor noch zurück. Eine Reisende berichtet der SZ, die Situation sei „bei der Hitze“ nicht nur unangenehm gewesen, sondern „auch gefährlich“.Bereits Ende Mai hatte sich vor dem Starnberger Flügelbahnhof ein nahezu gleich gelagerter Vorfall ereignet. Damals kam es ebenfalls auf den Gleisen und dem Platz vor den Bahnsteigen zu teils chaotischen Zuständen, weil aufgrund der Sperrung der Stammstrecke zu viele Reisende in kurzer Zeit den Bahnhof verlassen oder in die Züge steigen wollten.Die Deutsche Bahn (DB) teilte damals in einer ersten Reaktion mit, dass insbesondere die beengten Verhältnisse am Starnberger Flügelbahnhof für das gefährliche Gedränge, dass zahlreiche Reisende an die Vorfälle auf der Wiesn im vergangenen Jahr erinnerten, gewesen seien. Am Tag danach aber räumte der Konzern ein, dass das eigene Sicherheitssystem nicht gegriffen hatte, weil Mitarbeiter in der Überwachungszentrale das Menschengedränge zu spät erkannt hatten. Verletzt wurde bei dem Vorfall, bei dem Einsatzkräfte der Bundespolizei zum Einsatz kamen, glücklicherweise niemand.Nach dem Chaos am Starnberger Flügelbahnhof hatte die DB zugesagt, „Prozesse und Abläufe weiter zu optimieren“; Vorfälle wie jener von Ende Mai sollten sich nicht wiederholen.An diesem Freitag aber war es erneut so weit. Eingreifen musste die Bundespolizei dennoch nicht, wie eine Sprecherin mitteilt. Es sei kein polizeilicher Einsatz nötig gewesen. Ursächlich für das erneute Gedränge diesmal in der Haupthalle seien Bauarbeiter gewesen, die den Bahnsteig an Gleis 19 blockiert hätten. Reisende, so die Sprecherin, hätten daher nicht in den bereitstehenden ICE 588 nach Hamburg steigen können. Dadurch sei es zu einem Rückstau bis auf den Bereich vor den Gleisen gekommen. Nachdem die Bauarbeiter den Weg auf Gleis 19 wieder freigemacht hätten, so die Sprecherin, habe sich der Pulk dann aufgelöst.„Gerade am Freitagnachmittag und bei der Hitze ist es natürlich eine unangenehme Situation für alle Beteiligten“, so die Sprecherin der Bundespolizei. „Und bei dem Wetter sind die Gemüter natürlich zusätzlich erhitzt.“Die Deutsche Bahn hat sich bisher zu den Vorkommnissen am Münchner Hauptbahnhof nicht geäußert.