Zu den schönsten und zivilsten Erfindungen der Menschheit zählt das Wasserspiel. Wer sich an heißen Tagen durch die Stadt schleppt, spürt, wie das Dasein sofort ein wenig erträglicher wird, wenn aus kleinen Düsen im Asphalt Fontänen schießen oder sich Wasserstrahlen zu Spalieren formen. Mächtige Brunnen verströmen dann wohltuende Kühle. Was bei wohltemperierten Verhältnissen ein rein ästhetischer Genuss ist, erfreut bei Hitze den ganzen Körper, schenkt neue Energie und gute Laune.Was für ein Schritt war es, als es den Menschen gelang, Elixier und Quell allen Lebens durch Brunnen und Bewässerungskanäle verlässlich verfügbar zu machen. Und wie weit hat es eine Gesellschaft gebracht, die es sich leisten kann, das kostbare Nass mittels raffinierter Technik spielerisch in Szene zu setzen.Wuchtige Wasserkunst war im Barockzeitalter beliebtBesonders versessen auf Wasserarchitektur war man im Zeitalter des Barocks (circa 1600 bis 1720): Für die damaligen Machthaber konnte es nicht genug fließen und brausen, um zu zeigen, auf was für imposante Weise der Mensch die Natur beherrschte. Dank damals moderner Pumptechnik entstanden gigantische künstliche Wasserfälle, Kaskaden und Fontänen. Man denke nur an den Schlosspark Wilhelmshöhe in Kassel oder Schloss Schönbrunn in Wien.Sprühnebel: Auf dem Marktplatz von Krakau setzen die Planer auf Wasserzerstäuber.ImagoPlaner und Tüftler jener Epoche bauten vielleicht die protzigsten Anlagen, die ersten waren sie keineswegs. Schon Mesopotamier, Griechen oder Römer hatten das Wasser als gestalterisches Element genutzt. Auch in der Antike ging es nie um bloße Augenweide. In Palästen, Tempeln und vornehmen Villen unterstrichen Brunnen und Wasserläufe den besonderen Charakter eines Ortes; sie waren Ausdruck von Macht und Reichtum der gesellschaftlichen Eliten. Das war später bei den Azteken nicht anders als bei den maurischen Herrschern auf der Iberischen Halbinsel.
Wasserspiele in der Stadt: Kühlung und Klimaschutz
Jetzt gurgelt, plätschert und schäumt es wieder. Wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke knacken, sind Wasserspiele in der Stadt mehr als nur ein Spaß.














