Der Sohn ist rigoros. Rigoroser als es Königin Elisabeth II. war. Wer nicht fürs Königshaus arbeitet, hat auf dem Balkon des Palasts nichts zu suchen. Und so versammelten sich vor zehn Jahren noch mehr als 40 Mitglieder um die Monarchin, bei Charles waren es nach seiner Geburtstagsparade Trooping the Colour am vergangenen Samstag gerade einmal 13. Nun war 2016 ein besonderes Jahr: Die Königin wurde 90. Und Elisabeth II. ließ danach nie wieder so viele und auch immer weniger ihrer Verwandten auf diese fürs Königshaus so wichtige Bühne. Charles aber spart noch mehr, wie und wo er kann. Auch an Personal, selbst wenn es mit ihm eng verwandt ist.Am selben Tag fand noch ein weiterer Termin statt, eine Beerdigung. Aber seiner eigenen Geburtstagsparade, die wegen des besseren Wetters traditionell im Juni begangen wird, obwohl er im November geboren wurde, konnte Charles nicht fernbleiben. Genauso wenig wie die anderen „working royals“. So wurde eine der engsten Vertrauten der ehemaligen Königin ganz ohne königlichen Glanz zu Grabe getragen: Lady Pamela Hicks. Sie war das letzte Ururenkelkind von Königin Victoria. Victoria war auch die Ururgroßmutter von Elisabeth II. und ihrem Mann Prinz Philip, die wiederum Cousin und Cousine dritten Grades waren. Philip und Pamela Hicks, geborene Mountbatten, waren Cousin und Cousine.Pamela Mountbatten war viele Jahre Elisabeths HofdamePamela Mountbatten zählte zu den wenigen Freundinnen von Elisabeth II. noch aus Kindertagen, und sie war auch eine der Brautjungfern bei ihrer Hochzeit 1947 sowie danach lange eine ihrer Hofdamen. Ihr Vater Louis Mountbatten war der Onkel von Prinz Philip, den Neffen wollte er unbedingt mit der künftigen Königin verheiraten.Lord Louis Mountbatten kam 1979 bei einem Bombenattentat der IRA ums Leben. Seine Tochter, Lady Pamela Hicks, starb mit 97 Jahren am 5. Juni. Bei der Beerdigung in der St.-Bartholomews-Kirche in Oxfordshire vertrat Lady Helen Taylor am vergangenen Samstag den König, die Tochter von Edward, dem Herzog von Kent (auf dem Bild oben ist er unten auf dem Balkon ganz rechts zu sehen).Nach dem Gottesdienst: Prinzessin Catherine begleitet am Montag ihren Mann, Prinz William, der als Thronfolger Mitglied des Hosenbandordens ist.dpaIm britischen Königshaus jagen sich im Juni die Termine. Nach Trooping the Colour folgt das alljährliche Treffen der Mitglieder des fast 700 Jahre alten Hosenbandordens. Es ist der exklusivste britische Orden und sicher auch der angesehenste ganz Europas.Seit Dienstag begeht das Königshaus zudem Royal Ascot, das alljährliche Pferderennen. Dort zeigte sich erstmals auch die neue Frau von Peter Phillips, dem Sohn von Prinzessin Anne, an der Seite des Königs. Charles’ Neffe Peter Phillips und seine Harriet dürften – genauso wie seine Schwester Zara Tindall mit ihrem Mann Mike – künftig eine größere Rolle innerhalb der Königsfamilie spielen.Prinz George folgt seinem VaterNoch eine Nachricht gab es diese Woche aus dem Königreich zu vermelden: Prinz George geht nach Eton. Lange wurde spekuliert, ob Mutter Catherine ihren ältesten Sohn auf dieselbe Schule und damit ins Internat lässt, auf die einst auch Vater William ging. George, der nächsten Monat 13 Jahre alt wird, ist die Nummer zwei in der britischen Thronfolge. Bisher geht er wie Schwester Charlotte und Bruder Louis auf die Lambrook-Schule in Berkshire. Nun also das Eton College, das etwa 72.000 Euro im Jahr kostet und auf dem nicht nur künftige Könige, sondern auch mindestens 15 britische Premierminister die Schulbänke gedrückt haben.Nach einem Jahr Leutnant: Kronprinz Christian aus Dänemark soll bald schon Kommandeur werden.detdanskekongehus/InstagramLängst aus der Schule raus ist hingegen schon der König in spe von Dänemark. Im August soll Kronprinz Christian Kommandeur werden, gerade erst wurde er zum Leutnant ernannt. Natürlich im Beisein von seinen Eltern, König Frederik X. und Königin Mary, sowie seinen beiden Geschwistern, Prinzessin Josephine und Prinz Vincent. Damit endete seine knapp einjährige Offiziersausbildung am Gardehusarregimentet in Antvorskov, so wie für 120 weitere junge Dänen. Kommandeur wird er dann in einem anderen Regiment: in Høvelte, dem Hauptstandort der königlichen dänischen Leibgarde (Den Kongelige Livgarde).Willem-Alexander fliegtAuch Willem-Alexander hat gerade eine Ausbildung abgeschlossen. Der König der Niederlande frönt einer besonderen Leidenschaft: Er ist Pilot und fliegt seit Jahren für die niederländische Fluggesellschaft KLM – und das nicht nur privat. Auch auf Linienstrecken sitzt der Neunundfünfzigjährige immer wieder im Cockpit, meist allerdings als Ko-Pilot.Sitzt auch mal links: König Willem-Alexander als Ko-Pilot (rechts) mit Pilot Jeroen de Heer bei einem Flug im Juli 2025RVDZuletzt geflogen hat er sich und seine Frau Máxima Mitte April zum dreitägigen Staatsbesuch in die Vereinigten Staaten. Zuletzt Linie ist er im März geflogen, eine Boeing 737. Dieser Flugzeugtyp wird bei KLM nun ersetzt, und darum musste sich auch Willem-Alexander umschulen lassen – auf den Airbus 321neo. Den ersten Flug mit dem neuen Typ, der leiser und sparsamer ist, hat er gerade absolviert, wie der Palast mitteilte. Beim nächsten Flug mit KLM lohnt sich also ein Blick ins Cockpit.In Willem-Alexanders Adern fließt auch WittelsbacherblutWillem-Alexander ist nicht nur mit Charles im Vereinigten Königreich verwandt. In seinen Adern fließt auch Wittelsbacherblut. Denn Sophie von der Pfalz ist seine direkte Vorfahrin. Sie wäre durch den Act of Settlement, der Katholiken aus der britischen Thronfolge ausschließt, 1714 auch beinahe zur Königin der Königreiche Großbritannien und Irland geworden. Allerdings starb sie kurz zuvor, sodass ihr Sohn als Georg I. den Thron bestieg. Die Kurfürstin von Hannover stammt über ihren Vater Friedrich V. von der Pfalz aus dem Haus Wittelsbach.Noch ein Denkmal: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Gastronom Dietmar Holzapfel huldigen dem „Kini“ auf der Münchner Corneliusbrücke.dpaWie genau nun der Märchenkönig Ludwig II. von Bayern mit Willem-Alexander und Charles verwandt ist, tut hier nichts zur Sache. Der „Kini“ aber wurde in dieser Woche wieder einmal besonders geehrt. Anlass war ein neues Denkmal, das an seinem 140. Todestag am vergangenen Samstag unter anderen vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) enthüllt wurde.Die Nationalsozialisten schmolzen Ludwigs Bronzestatue einAuf der Münchner Corneliusbrücke stand schon einmal eine Bronzestatue des Neuschwanstein-Erbauers Ludwig II. Sie wurde allerdings 1942 von den Nationalsozialisten eingeschmolzen, um Waffen daraus zu fertigen. Über Jahre hat der Gastronom Dietmar Holzapfel Geld gesammelt, um das Denkmal wieder erstehen zu lassen.Holzapfel führt mit der „Deutschen Eiche“ einen Traditionsbetrieb im Glockenbachviertel und einen der ältesten Treffpunkte der homosexuellen Szene in München. „Für mich ist König Ludwig II. schon immer eine Ikone gewesen“, sagt Holzapfel. „Er hat sein Leben gelebt in einer Zeit, in der es noch viel, viel schwieriger war, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen.“ Darum habe es ihn auch sehr gefreut, „dass Herzog Franz von Bayern sich mit 90 Jahren outen konnte“.Franz von Bayern ist seit 1996 Oberhaupt des Hauses Wittelsbach. Dass er seit mehr als 40 Jahren mit einem Mann zusammenlebt, wurde erst 2023 öffentlich gemacht. Der Mann an seiner Seite, Thomas Greinwald, kam ebenfalls zur Enthüllung des Denkmals. Was selbst Söder gut fand: „Bayern steht für leben und leben lassen. Wir sind ein liberales und weltoffenes Land. Und Ludwig stand genau für diese Liberalität.“