Barockschloss Altdöbern: Den Empfang vor dem einstigen Adelssitz übernimmt kein perlendes Sektglas, sondern eine krude Holzhütte. Obendrüber baumelt ein zerfetztes Tarnnetz. Von drinnen nach draußen dringt Klaviermusik: Franz Schuberts „Forelle“ auf einem elektrischen Klavier. Das geisterhafte Spiel der Tasten ist durch die Spalten der Bretter zu sehen. Im Halbdunkel sind Hausrat, Bilder, Bücher, Felle auszumachen. Doch die Hütte ist verschlossen. Ulrich Vogl, Bildhauer aus Berlin, hat seine „Launische Forelle“ in den Schlosspark gesetzt. Sobald sich jemand nähert, spielt das Klavier. Nach Schubert auch Rimski-Korsakows „Hummelflug“ und Liszts „Wilde Jagd“. Darum wohl hängt drinnen das Fuchsfell samt Kopf. Überhaupt scheint es in dieser leicht unheimlichen Installation um unser Verhältnis zur Natur, zu wild lebenden Tieren zu gehen. Um die Scheinromantik, die wir uns erschaffen – derweil weltweit täglich etwa 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben.
Rohkunstbau in der Lausitz: Eine klavierspielende Forelle und die letzte Schicht in Lauchhammer
Auf Schloss Altdöbern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz begann die 31. Internationale Kunstschau „Rohkunstbau“. Idyllisch ist da nichts. Warum sie trotzdem sehr sehenswert ist.







