Das Treffen auf dem Bürgenstock findet nicht statt – Bern wird einmal mehr von Trump vorgeführtDie Unterschrift unter das Abkommen zur Beendigung des Krieges in Iran ist gesetzt. Es ist Frankreich, das seinen Diplomatie-Moment geniesst. Die Schweiz hält trotzdem daran fest, Gespräche zwischen den Kriegsparteien zu «fazilitieren».19.06.2026, 08.20 Uhr2 LeseminutenDie Unterschrift unter das Abkommen zwischen den USA und Iran hätte in der Schweiz gesetzt werden sollen. Erfolgt ist sie in Versailles.Daniel Torok / White House / ImagoFindet es statt, mit Zeremonie, ohne eine, was wird an diesem Freitag überhaupt laufen, auf dem Bürgenstock hoch oben über dem Vierwaldstättersee? Die Antwort am Freitagmorgen: nichts. Vorerst zumindest.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die USA und Iran hatten das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges in Iran zunächst einmal digital unterzeichnet. Am Mittwochabend ist es Frankreich, das seinen Diplomatie-Moment geniesst: Da steht der amerikanische Präsident Donald Trump neben seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron unter den Kronleuchtern im Schloss Versailles und lächelt. Die Kameras haben vor wenigen Minuten das aufgenommen, was hätte in der Schweiz passieren sollen: Wie Trump seine Unterschrift unter die 14 Punkte setzt, mit denen im Nahen Osten Ruhe einkehren soll, die sich aber wie die Kapitulation der USA lesen. Macron feiert damit strahlend den Abschluss eines G-7-Gipfels, den er in Évian weitgehend nach seinen Vorstellung gestaltet hatte, samt Höhepunkt mit Trump.Schweiz «fazilitiert» weiterDie Schweiz rudert derweil zurück. Das Bürgenstock-Treffen, es werde verschoben, heisst es am Freitagmorgen vom Schweizer Aussendepartement (EDA). Eine Absage sei es nicht. Denn die Schweiz stehe weiterhin bereit, die Gespräche zu «fazilitieren», also den Weg dafür zu ebnen. Die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten auf dem Bürgenstock will das EDA fortführen. Bei inhaltlichen Fragen hat es ohnehin stets auf die beteiligten Parteien verwiesen.Trump hat Bern einmal mehr vorgeführt, mag sich Bern auch darauf berufen, dass das Resort, in dem im Juni 2024 bereits die Ukraine-Konferenz mit fast hundert Staatschefs stattfand, dem katarischen Staatsfonds gehöre und das Emirat das Abkommen zwischen den USA und Iran zusammen mit Pakistan vermittelt habe. Die Bilder der Zeremonie, wenn eine solche auch ein symbolischer Akt ist, hätten aber aus der Schweiz kommen sollen. Der Bürgenstock schien der logische Ort für diese grosse diplomatische Inszenierung. Denn Katar und Pakistan hatten von einer Veranstaltung in der Schweiz gesprochen. Zudem waren am Donnerstag mindestens fünf amerikanische C-17-Transportflugzeuge am Flugplatz Emmen gesichtet worden. Praktisch alles deutete darauf hin, dass der vorerst letzte Punkt in der Vereinbarung zwischen den USA und Iran bei Luzern gesetzt würde.Die Weltöffentlichkeit schaut nicht in die Schweiz. Die Bilder des Anfangs vom geplanten Ende des Krieges in Iran gehören dem Nachbar. Nicht Bern, Paris sackt den Erfolg ein. Praktisch zeitgleich mit Trumps Unterschrift hatte auch die iranische Nachrichtenagentur Irna Bilder von Präsident Masud Pezeshkian mit dem unterschriebenen Abkommen veröffentlicht. Der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance sagte am Donnerstag seine Teilnahme am geplanten Gipfel auf dem Bürgenstock ab. Damit hatte sich abgezeichnet, dass das Luxusresort bei Luzern seine Türen wieder für Touristen öffnen kann.Passend zum Artikel
Trump unterzeichnet Iran-Deal in Versailles – Schweiz schaut zu
Die Unterschrift unter das Abkommen zur Beendigung des Krieges in Iran ist gesetzt. Es ist Frankreich, das seinen Diplomatie-Moment geniesst. Die Schweiz hält trotzdem daran fest, Gespräche zwischen den Kriegsparteien zu «fazilitieren».











