Die Kleinstadt Makerfield im Norden Englands hat gewählt, fortan wird der Labour-Politiker Andy Burnham sie im Parlament vertreten. Das wäre nicht weiter berichtenswert, wenn Burnham durch diese Wahl nicht den britischen Premierminister Keir Starmer herausfordern könnte. Kann er aber, und viele in der Partei würden Burnham an der Regierungsspitze bevorzugen.Innerhalb weniger Wochen könnte Burnham, bisher Bürgermeister von Manchester, in 10 Downing Street einziehen, dem offiziellen Sitz des britischen Premierministers. Vorher müsste Burnham Starmer als Labour-Parteivorsitzenden ersetzen. Unser Korrespondent Martin Wittmann hat Makerfield in den Tagen vor der Wahl besucht, seine Reportage möchte ich Ihnen empfehlen.Über 1000 Kilometer weiter östlich, in Bayreuth, hat sich ebenfalls Berichtenswertes zugetragen: Katharina Wagner, Urenkelin des bekennenden Antisemiten und herausragenden Komponisten Richard Wagner, hat sich bei dem jüdischen Publizisten Michel Friedman entschuldigt. Zuvor hatte die Festspielleitung ein geplantes Gedenkkonzert und eine Rede Friedmans mit der vagen Begründung „Sicherheitsbedenken“ bei den Festspielen abgesagt. Friedman kommt nun doch. „Wenn sich jemand bewegt, sollte man sich mitbewegen“, sagte er der SZ.Empfehlen möchte ich Ihnen in diesem Zusammenhang den Essay von Nils Minkmar, der darin die gut dokumentierte Verbindung der Wagners zu Adolf Hitler beschreibt.Und sonst? Kommen die Linken in Potsdam zu ihrem Parteitag zusammen. Die Partei ist stark gewachsen, muss sich erstmal kennenlernen. Und ihr Verhältnis zu Israel klären. Linker Antisemitismus wird oft als Kritik an der israelischen Regierung (die man kritisieren darf, kann und muss) verklärt. Die Grenze ist auch für die Linken-Führung erreicht, wenn das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird. Dass unter anderem Fraktionschef Sören Pellmann das so offensiv betonen muss, lässt recht tief blicken.Bei der WM hat Kanada Katar 6:0 geschlagen, der erste WM-Sieg des Landes überhaupt. Mit unserem Liveblog bleiben Sie auf dem Laufenden.Fußball-WM 2026Kanada schlägt Katar 6:0: Die Geburtsstunde einer Fußballnation? Es ist der erste WM-Sieg Kanadas überhaupt und dann gleich so einer: Mit 6:0 schlägt der WM-Mitgastgeber Katar. Ismael Koné wird durch ein Foul aber schwer am Bein verletzt. Zum ArtikelLiveblog zur Fußball-WM 26: Kanadas Trainer Marsch über Konés Verletzung: „Wir alle haben das Knacken auf der Bank gehört“1:0 gegen Südkorea: Mexiko gewinnt – und ist Gruppensieger. In einem eher zähen Spiel profitiert Mexiko von einem Patzer des südkoreanischen Torhüters Kim. Durch den ersten Platz bekommt der Mitgastgeber ein weiteres Heimspiel im Sechzehntelfinale. Zum Artikelkicker-Artikel: Joker Manzambi bringt der Schweiz den ersten SiegFußball-WM: Die Zuschauer buhen jetzt die Trinkpause ausWas heute wichtig istEU verlängert Russland-Sanktionen erstmals um zwölf Monate. Die EU-Mitgliedstaaten erklärten, man werde „den Druck auf Russland weiter erhöhen“, um Kremlchef Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen. Zuvor hatte Ungarn eine einjährige Verlängerung stets blockiert. Die EU beansprucht bei künftigen Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine eine Schlüsselrolle. Zum Liveblog zum Krieg in der UkraineSelenskij: „Wenn die Ukraine brennt, wird es auch Moskau tun“Wo die Front verläuft – Tag 1576Großbritannien: Starmer-Rivale Burnham ins britische Parlament gewählt. Der Bürgermeister von Manchester hat sich mit knapp 10 000 Stimmen Vorsprung gegen den Rivalen der rechtspopulistischen Reform UK durchgesetzt. Als Labour-MP kann er Premier Starmer in eine Führungswahl zwingen. Zugespitzt hat sich die Lage durch herbe Verluste für Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales Anfang Mai. Zum ArtikelMEINUNG Liebe Briten, verabschiedet mit Starmer gleich den BrexitUS-Vizepräsident Vance warnt Israel vor Kritik an Iran-Abkommen. Er würde an Israels Stelle „vielleicht nicht den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich auf der ganzen Welt noch habe“, sagt Vance. Israels Premier Netanjahu will Israels Truppen nicht aus Südlibanon abziehen. Zu den eigentlich geplanten Verhandlungen über eine dauerhafte Beendigung des Iran-Kriegs wird Vance vorerst nicht reisen. Zum Liveblog zum Krieg in NahostDeutliche iranische Handschrift: Das steht im Abkommen zwischen Iran und den USA„Maybrit Illner“: „Das ist die strategische Niederlage der USA auf ganzer Linie“Was der Widerruf-Button kann – und was nicht. Die Reise wurde zum falschen Zeitpunkt gebucht oder man will doch nicht ins Fitnessstudio? Ab diesem Freitag sollen Online-Verträge schneller widerrufen werden können. Bisher ist das oft umständlich gewesen. Möglicherweise müssen Verbraucher aber lange Vertragsnummern parat haben, zudem gilt er nicht für alle Online-Käufe. Zum ArtikelReformen: Kuba legt 176-Punkte-Plan zur Wirtschaftsöffnung vor. Washington setzt den Inselstaat seit Längerem unter Druck, sich zu öffnen, um eigene Interessen durchzusetzen. Die 176 Punkte zielen darauf ab, Regulierungen abzubauen und marktwirtschaftliche Mechanismen einzuführen. Die Vorhaben sollen die Insel für ausländische und kubanische Privatinvestitionen öffnen. Zum ArtikelWeitere wichtige ThemenSeltene Erden: Wehrt sich der Westen zu spät gegen Chinas Rohstoffmacht?Polen: Festnahme vier Tage nach Mord an Kreml-KritikerDie Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDossier Digitalwende: Gesprächsbedarf beim Cohere-Deal. Während Cohere-Chef Aidan Gomez die Fusion mit Aleph Alpha als transatlantischen Perfect Match feiert, signalisiert Digitalminister Karsten Wildberger, dass die Unterstützung der deutschen Politik an Bedingungen geknüpft ist. Die entscheidende Frage: Was genau bleibt beim deutsch-kanadischen KI-Bündnis am Ende für Deutschland übrig? Beide trafen sich gestern in Paris am Rande der Viva Tech. Zum BriefingDossier Geoökonomie: „China ist die ultimative Herausforderung“. BDI-Geschäftsführer Wolfgang Niedermark warnt im Interview vor Chinas industriellem Druck. Unternehmen zahlreicher deutscher Branchen seien existenzgefährdet. Das Wirtschaftsforschungsinstitut IW sieht die Ursache in der Unterbewertung der chinesischen Währung und fordert mehr Druck auf China zu einer Aufwertung. Zum Briefing