Wenn es in den nächsten Tagen wieder heiß wird in Frankfurt, kommen auch Schüler und Lehrer gehörig ins Schwitzen. Temperaturen bis zu 35 Grad sind vorhergesagt, auch nachts soll es kaum unter 20 Grad abkühlen. In vielen Schulgebäuden, vor allem in den provisorischen Containeranlagen, die sich besonders schnell aufheizen, werden die Schüler dann wieder „gegrillt“, wie sie es nennen.Die Sommerferien sind zwar in greifbarer Nähe, doch das Problem, dass sich viele Schulgebäude zu schnell aufheizen, wird nicht dadurch gelöst, dass es vertagt wird. Weil Phasen mit derart hohen Temperaturen häufiger werden, hat der Hitzeschutz an Schulen auch einen eigenen Passus im Koalitionsvertrag erhalten. Das neue Römerbündnis will einen Hitzeschutzplan für Schulen erarbeiten und ein Budget für kurzfristige Lösungen bereitstellen. Ein „Hitzeschutzmonitoring“ an Schulen soll zeigen, was als Erstes getan werden muss.Das Kapitel mit der Überschrift „Bildung, Betreuung und Schulbau“ steht an zweiter Stelle des Koalitionsvertrags. Das ist ein Indiz dafür, wie wichtig die Koalitionäre die Bildungspolitik nehmen. Trotzdem ist vieles auf den knapp vier Seiten des Kapitels nicht neu, sondern folgt eher der Devise „weiter so“: Die Schulbau-Offensive wird fortgesetzt, die Bildungsbaugesellschaft wird gegründet.Neues Bündnis will „schneller bauen“Die Koalition möchte jedoch „schneller bauen“ und hat sich zum Ziel gesetzt, zehn Schulen im Jahr zu sanieren. Über ihre Schulbaustellen soll die Stadt auch transparenter kommunizieren als bisher. Seit Langem hält sich der Vorwurf, dass es unter Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bisher daran gemangelt habe: Viele Projekte gerieten aus dem Zeitplan, kaum eine Schule wisse noch, wann sie an der Reihe sei. Nun sollen die Schulen feste Ansprechpartner in der Verwaltung erhalten, die sich „zeitnah“ zurückmelden, wie es vage im Vertrag heißt. Transparente Zeitpläne sollen auf einer Internetseite veröffentlicht werden, wie es Weber auch schon vor einem Dreivierteljahr angekündigt hat, doch das blieb bisher ohne Folgen.Einige Bauvorhaben sollen besonders schnell angegangen werden, darunter die geplanten Berufsschulen in Rödelheim und Unterliederbach. Ob die Berta-Jourdan-Schule, an der Erzieherinnen ausgebildet werden, an die Stephensonstraße im Gallus zieht, bleibt ungewiss. Die Stadt will zunächst prüfen, ob sie die dafür vorgesehene alte Bahn-Zentrale erwerben kann.Und auch der Neubau der Europäischen Schule soll Priorität haben, wenn auch Zweifel bestehen, ob sie tatsächlich auf dem Gelände der Bundesbank entstehen wird. Falls nicht, will die Koalition nach anderen Lösungen suchen. Dass im Vertrag sozusagen ein Fragezeichen hinter das Projekt gesetzt wird, dürfte die Verantwortlichen in der Schule alarmieren.Die Linke vermisst ein SchulfrühstückDie Römerkoalition will zudem Schulhöfe ganztägig öffnen und Grundschulen zu Bildungszentren im Stadtteil weiterentwickeln, die auch von Vereinen und Initiativen genutzt werden können. Schlüsselpatenschaften sollen ermöglichen, dass die Schulhöfe auch nachmittags, am Wochenende und in den Ferien geöffnet sind.Die Opposition ist in ihren kritischen Stellungnahmen zum Koalitionsvertrag bisher über das Bildungskapitel hinweggegangen. Nur die Linke äußert sich zu einem Randaspekt. Der Plan, die Elterngebühren für die frühkindliche Bildung und Betreuung in Kitas komplett abzuschaffen, sei ein „guter Einzelpunkt“. Das sei jedoch kein Geschenk dieser Koalition, sondern „Ergebnis gesellschaftlichen und parlamentarischen Drucks von links“. Die Linken beklagen darüber hinaus, dass es kein unentgeltliches Schulfrühstück geben soll.Der Stadtelternbeirat würde sich freuen, wenn die im Koalitionsvertrag versprochenen Projekte auch verwirklicht würden. „Dann wären wir ein ganzes Stück weiter“, sagt die Vorsitzende Katja Rininsland. Doch sie hat Zweifel daran, denn gerade im Schulbau gehe es in Frankfurt nur „extrem langsam“ voran.Zudem vermisst Rininsland im Koalitionsvertrag einige Themen. Ihr fehlen etwa konkrete Aussagen, wie der hygienische Zustand der Schultoiletten, die oft nur unzureichend gereinigt würden, verbessert werden könne. Die Koalition will zwar sicherstellen, dass alle Schulen mit hygienischen, funktionstüchtigen und altersgerechten Sanitäranlagen ausgestattet sind, wie es im Vertrag heißt. Aber Rininsland ist das zu vage: „Ich höre immer wieder, dass Kinder nichts trinken, weil sie die Toiletten nicht nutzen wollen“, sagt sie. Auch zum Ausbau der Sportplätze, zur Sprachförderung und zum Schwimmunterricht hätte sie sich konkrete Pläne gewünscht.