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Christoph M. Schmidt: RWI-Chef hält Lage für kritischer als bei Agenda 2010 Der künftige Leibniz-Präsident spricht im Interview über das Reformpaket, die Brandmauer zur AfD, überraschende Vorschläge bei Rente und Steuern – und verrät, was ihn an Deutschland nervt.

Julian Olk 18.06.2026 - 13:36 Uhr Artikel anhörenInterview: RWI-Präsident Christoph Schmidt mit Handelsblatt-Redakteur Julian Olk. An der Wand das Gemälde „Fluchtpunkt Großstadt“ von Steffen Dietze. Foto: RWI/OelgartEssen. Wenn es eine Wissenschaft gibt, die selten eindeutig ist, dann die Ökonomie. Vielleicht hängt deshalb im Besprechungsraum von Christoph Schmidt, im obersten Stockwerk des Essener Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung – aus historischen Gründen RWI abgekürzt (für Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) – das Gemälde „Fluchtpunkt Großstadt“ von Steffen Dietze.Es ist in Schwarz und Grau gehalten, abstrakte Linien und Schatten, Muster, keine Klarheit. Besucher fragt RWI-Präsident Schmidt gern, was sie auf dem Bild sehen. Ihn selbst erinnert es an den 60er-Jahre-Film „Doktor Schiwago“ und die sibirischen Weiten im russischen Bürgerkrieg nach 1917.In der Realität ist für Schmidt jetzt aber ein Punkt erreicht, an dem die Ökonomie doch einmal ziemlich eindeutig ist. Der Wissenschaftler sieht die deutsche Wirtschaft in einem äußerst schlechten Zustand. Er hält deshalb ein großes Reformpaket für notwendiger denn je.Im Vergleich zur Situation Anfang der 2000er-Jahre – hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Wachstum –, auf die die großen „Agenda“-Reformen folgten, sagt der Ökonom, die Lage sei heute kritischer. Mutige Reformen müssten her, und wenn die Bundesregierung diese gut erkläre, müsse sie „die Leute auch nicht in Watte packen“.Auch Sorgen wegen der AfD hält Schmidt für unberechtigt, wenn sich die Regierung an diesen Rat hält. Er hält es vielmehr für ein Problem, dass einige Akteure „jede Reformdebatte mit Verweis auf die Brandmauer abwürgen“.Schmidt, der in wenigen Wochen das RWI Essen verlässt und Präsident des Forschungsverbunds Leibniz-Gemeinschaft in Berlin wird, spricht im Handelsblatt-Interview zudem über eine große Rentenreform und die geplanten Steuerentlastungen, bei denen der Ökonom sich in beiden Fällen Zumutungen als Lösungsweg vorstellen kann.Zuletzt erklärt er, warum es eine gute Zeit für ökonomische Politikberatung sei – obwohl die Bundesregierung den Rat der Volkswirte beim Thema Tankrabatt nicht beherzigt hatte.Lesen Sie hier das ganze Interview mit Christoph Schmidt: Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt