PfadnavigationHomePolitikAuslandRauchsäulen über RusslandMassive Angriffe erschüttern Moskau – „Nun wissen Sie, was vor sich geht“, sagt KiewStand: 12:12 UhrLesedauer: 4 MinutenDie Ukraine hat nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie in Moskau mit Drohnen angegriffen. WELT-Reporter Christoph Wanner betont, dass die ukrainischen Drohnen Russland inzwischen auch tief im Hinterland treffen und dort zunehmend für Probleme sorgen.Eine der schwersten Drohnenattacken seit Kriegsbeginn hat eine Moskauer Raffinerie beschädigt. Augenzeugen dokumentieren Fehlabschüsse der Luftabwehr. Selenskyj spricht von „Langstrecken‑Sanktionen“ gegen Russlands.Die Ukraine hat bei einem der schwersten Drohnengriffe auf Moskau seit Kriegsbeginn eine Ölraffinerie im Südosten der russischen Hauptstadt stark beschädigt. In sozialen Netzwerken kursieren Bilder und Videos, die mehrere Feuer in der Anlage zeigen. Einigen Drohnen sei es gelungen, die Raffinerie zu erreichen, gestand Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin ein. Seinen Angaben nach ist die Attacke einer der heftigsten ukrainischen Drohnenangriffe auf Moskau seit Kriegsbeginn. Nach letztem Stand hat die Flugabwehr mehr als 190 Drohnen abgeschossen.Zahlreiche Aufnahmen von Augenzeugen zeigen allerdings auch die teilweise Hilflosigkeit der Flugabwehr. So ist auf einigen Videos zu sehen, wie die Drohnen unbeeindruckt von Gewehrsalven weiter auf Kurs bleiben. In einem anderen Video verfehlt ein Flugabwehrgeschoss die Drohne. Und selbst bei einem Treffer explodiert die Drohne nicht in der Luft, sondern in einem Gartenfachmarkt nahe der Raffinerie. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht überprüft werden.Offiziell ist bislang nichts über das Ausmaß der Schäden in der Ölverarbeitungsanlage bekannt. Das unabhängige Internetportal „Astra“ hat nach der Auswertung von Videoaufnahmen mindestens fünf Brandherde in der Raffinerie ausgemacht.Offiziellen Angaben zufolge wurde auch ein Wohnhaus in Moskau getroffen. Im Umland sei ebenfalls ein Hochhaus beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region Andrej Worobjow mit. Über Verletzte in Moskau und Umgebung ist bislang nichts bekannt. Wegen der Angriffe wurden die vier Moskauer Flughäfen für mehrere Stunden geschlossen.Selenskyj bestätigt AttackeDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in sozialen Netzwerken die Attacke auf die Raffinerie. Er bezeichnete den Angriff als Teil der ukrainischen „Langstrecken-Sanktionen“ gegen die russische Ölindustrie. Das sei die „gerechte Antwort“ auf die ständigen russischen Schläge gegen ukrainische Städte und Gemeinden, schrieb er.Er dankte den ukrainischen Geheimdiensten für den Angriff. Die Anlage sei ein für die russische Kriegsmaschinerie wichtiges Objekt gewesen, schrieb er.Lesen Sie auchDer umfassende Drohneneinsatz gegen die russische Hauptstadt sei Teil der Bemühungen, Kremlchef Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen, erklärte er später. Die Zeit für ein Ende des Krieges sei gekommen. Russland müsse die notwendigen diplomatischen Schritte ergreifen.Lesen Sie auch„Dies ist eine vollkommen gerechtfertigte Reaktion auf russische Angriffe auf unsere Städte und Gemeinden und ein weiteres wichtiges Resultat der Arbeit unserer Krieger gegen Einrichtungen, die Russlands Kriegsmaschinerie am Laufen halten“, erklärte Selenskyj in sozialen Medien. Der Angriff auf die russische Hauptstadt fiel erneut mit einem von Präsident Wladimir Putin veranstalteten internationalen Großereignis zusammen, dem ASEAN-Gipfel in Kasan an der Wolga. Anfang Juni hatte die Ukraine weithin sichtbar ein Tanklager in St. Petersburg in Brand geschossen, als dort Putins Internationales Wirtschaftsforum tagte.Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb auf der Plattform X, eine der häufigsten Fragen, die sich die Einwohner Moskaus am Donnerstagmorgen stellten, sei: „Was ist da los?“ Das könne er beantworten: „Ihr Land hat einen Aggressionskrieg gegen unseres begonnen. Seit Jahren tötet es unsere Leute. Nun wissen Sie, was vor sich geht. Fragen Sie Putin, wann er es zu beenden gedenkt.“ Eine der größten Anlagen RusslandsDie Ölraffinerie im Stadtbezirk Kapotnja im Südosten Moskaus gehört zu Gazpromneft und ist eine der größten Anlagen in Russland mit einer Verarbeitungskapazität von elf Millionen Tonnen im Jahr. Sie deckt einen bedeutenden Teil der Treibstoffversorgung Moskaus ab. Sie ist bereits das dritte Mal Ziel ukrainischer Angriffe. Die jüngste Attacke liegt dabei erst zwei Tage zurück.Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Kremlchef Putin befohlene Invasion des Landes. Dabei attackiert sie in den vergangenen Monaten vermehrt Raffinerien im russischen Hinterland. Dies soll den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und Moskau die Kriegsfinanzierung erschweren.Neben Moskau hat die Ukraine bei ihren Drohnenangriffen auch weitere russische und von Russland kontrollierte Regionen ins Visier genommen. Das russische Militär sprach von mehr als 550 abgefangenen Drohnen in der Nacht. Einen Toten gab es in der Grenzregion Belgorod, zudem mehrere Verletzte in Belgorod, Kursk, aber auch in dem von Russland besetzten Teil des ukrainischen Gebiets Donezk.dpa/nw
Rauchsäulen über Russland: Massive Angriffe erschüttern Moskau – „Nun wissen Sie, was vor sich geht“, sagt Kiew - WELT
Eine der schwersten Drohnenattacken seit Kriegsbeginn hat eine Moskauer Raffinerie beschädigt. Augenzeugen dokumentieren Fehlabschüsse der Luftabwehr. Selenskyj spricht von „Langstrecken‑Sanktionen“ gegen Russlands.













