PfadnavigationHomePanoramaNach 1200 Jahren„Erstickt und ausgehungert“ – Die „Robin-Hood“-Eiche im Sherwood Forest ist totStand: 18.06.2026Lesedauer: 2 MinutenDer Blick in den Baum, als der noch lebteQuelle: AP Photo/SIMON DAWSONStützen und Seile hielten die Eiche schon seit Jahrzehnten. Nun half auch das nicht mehr: Der weltberühmte Baum („Major Oak“), unter dem wohl schon Robin Hood Schutz suchte, ist abgestorben.Viele Briten macht diese Nachricht sehr betroffen: Eine uralte, direkt mit der Robin-Hood-Legende verbundene Eiche ist nun wohl endgültig abgestorben. Der rund 1200 Jahre alte Baum im englischen Sherwood Forest hat vermutlich sein Ende gefunden, nachdem er in diesem Frühjahr keine Blätter mehr ausgebildet hat, wie die Royal Society for the Protection of Birds am Donnerstag mitteilte.Die Gründe dafür scheinen vielfältig zu sein: Besucher, die die knorrigen Äste und die ausladende Krone der „Major Oak“ in Nottingham über zwei Jahrhunderte hinweg betrachteten, hätten beispielsweise den Boden rund um den Baum verdichtet, wodurch Regen schlechter zu den Wurzeln gelangen konnte, erklärte die Naturschutzorganisation. Zahlreiche britische Medien wie etwa der „Guardian“ berichteten ausführlich über das Thema und gingen auf Ursachensuche. Letztlich lasse sich jedoch nicht genau sagen, was den Baum getötet habe. Neben dem enormen Besucheraufkommen hätten auch Stabilisierungsmaßnahmen mit Seilen und Stützen sowie der Klimawandel mit Hitzeperioden und Dürren dazu beigetragen. Baumexperten stellten fest, dass das Wurzelsystem „erstickt und ausgehungert“ sei.„Es ist herzzerreißend“, heißt esIn der Tat lesen sich die Erhaltungsmaßnahmen zwiespältig: Im Jahr 1904 wurden laut dem „Guardian“ Stützen und Metallketten angebracht, um die Äste zu halten. In den 1960er-Jahren dann füllte man hohle Stellen des Baumes mit Beton aus, um ihn zu stabilisieren; zudem wurden Äste mit Blei und später mit Glasfaser ummantelt sowie mit feuerhemmender Farbe behandelt.Experten zufolge setzen die Stützen und Hilfsmaßnahmen den Baum aber zugleich unter Spannung. Eichen, die sich selbst überlassen seien, würden nämlich, so hieß es weiter, Äste abwerfen und im weiteren Verlauf dann „nach unten wachsen“ – sprich, allein der Stamm wird noch mit Wasser und Nährstoffen versorgt.Lesen Sie auchDer Wald steht bereits seit Jahren unter besonderer Beobachtung. schon früher hatte es Gerüchte über den Tod des Baumes gegeben – die Organisation bestätigte jedoch jeweils, dass er noch lebe. Das ist nun nicht mehr der Fall. „Dass der Baum dieses Jahr keine Blätter gebildet hat, ist für alle herzzerreißend“, sagte Hollie Drake von der Organisation. Der Baum soll bereits Robin Hood Schutz geboten haben. Der legendäre Gesetzlose aus dem 13. Jahrhundert soll der Überlieferung nach von den Reichen gestohlen und den Armen gegeben und sich im Wald vor dem Sheriff von Nottingham versteckt haben.AP/krott