Nach dem Opern-Aus in Düsseldorf: Da gibt es noch in Ost und West die unscheinbare Moderne

Wild sind die Träume für spektakuläre Bühnenneubauten wie die gescheiterte Oper in Düsseldorf. Dabei gibt es gute Pläne für die vernachlässigten Bestandsbauten.

Einen Gang runtergefahren: Umbaupläne für die bestehende Oper Düsseldorf mit neuer Hülle und Terrasse zum Hofgarten

raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung

Dass Düsseldorf nun doch kein neues, Milliarden Euro kostendes Opernhaus kriegt, mag als schlechtes Zeichen für die teuren Kulturgroßbauten internationaler Architekturstars gedeutet werden, die gerade in deutschen Städten entstehen. Man kann der Absage an den großgestischen Entwurf des norwegischen Büros Snøhetta aber auch etwas abgewinnen. Denn nun rückt die Aufmerksamkeit wieder auf die Möglichkeiten einer leiseren, aber nicht minder guten Architektur, mit der zuletzt viel zu prekär umgegangen wurde: auf die sachlichen Bühnenhäuser der Nachkriegsmoderne in Ost- wie in Westdeutschland.