Vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel wird klar: Die Kürzuungspläne des US-Militärs in Europa treten umgehend in Kraft. Das erklärte Nato-Generalsekretär Mark Rutte und machte zugleich deutlich, dass verstärkte Anstrengungen der Europäer nötig seien, um militärischen Ersatz für die Abschreckung zu stellen.

Rutte wies darauf hin, dass es sich um Kürzungen im Rahmen eines Planungsinstrumentes (Nato Force Model) handele, während im Kriegsfall alle Verbündeten – auch die USA – maximale militärische Anstrengungen unternähmen. »Wenn es aber einen Krieg geben würde, werden wir alle an die Grenzen der Fähigkeiten gehen (»max out«), um sicherzustellen, dass wir den Krieg führen können«, sagte Rutte.Mit dem sogenannten Nato Force Model wird im Bündnis festgelegt, welche Mitgliedstaaten wie viele Kräfte und Fähigkeiten bereithalten und wie schnell diese verfügbar sein müssen. Rutte hatte bereits am Mittwoch bestätigt, dass die USA künftig weniger militärische Fähigkeiten für Abschreckung und Verteidigung unter Nato-Kommando in Bereitschaft halten.

Hegseth ätzt, Pistorius mahntUS-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das Ungleichgewicht bei Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Verbündeten kritisiert. Die USA könnten für die Verteidigung der Nato nicht mehr bezahlen als die Verbündeten«, sagte Hegseth vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel.Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mahnte unterdessen einen geordneten Übergang an. »Im Großen und Ganzen werden wir vieles kompensieren können, aber wir brauchen etwas mehr Zeit«, sagte Pistorius vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Es sei »schwierig und gefährlich für die Sicherheit des Nato-Gebiets in Europa, wenn Fähigkeiten abgezogen werden, sehr schnell, ohne dass klar ist, wann sie kompensiert werden können«, verdeutlichte er.