Interview«Ich weiss nicht, warum die Schweiz so sehr auf Asphalt abfährt»: Ein ETH-Forscher über Hitze in Städten und darüber, wie man sich vor ihr schütztIn vielen Städten wird immer dichter gebaut. Gleichzeitig steigen jeden Sommer die Temperaturen. Jan Carmeliet forscht daran, wie das zusammengeht.18.06.2026, 05.30 Uhr5 LeseminutenAbkühlung bietet nur der Brunnen: An heissen Tagen zählt die Europaallee zu den heissesten Orten in Zürich.Michael Buholzer / KeystoneJan Carmeliet ist Professor für Bauphysik und forscht seit über 25 Jahren zu Städtebau und Stadtklima. Seit 2008 ist er an der ETH in Zürich beschäftigt. Gemeinsam mit anderen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern hat Carmeliet ein Tool entwickelt, das zeigt, in welchen Quartieren sich im Sommer die Hitze besonders staut. Forscher weltweit nutzen es für Simulationen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Herr Carmeliet, Städte heizen sich schneller auf als ihr Umland. Welche Orte sollte man im Sommer in der Stadt Zürich meiden?An heissen Tagen zählt die Europaallee zu den heissesten Orten. Alle beschweren sich: die Leute, die dort arbeiten und jene, die dort wohnen. Das hängt mit den Gleisen des Hauptbahnhofs nebenan zusammen, die sehr viel Hitze speichern. Dazu kommt, dass es nur wenige Bäume gibt, und die sind noch lange nicht gross genug, um richtigen Schatten zu spenden. Dafür hätte es Übergangslösungen gebraucht.Wie meinen Sie das?Früher arbeiteten Stadtplaner vor allem mit Szenarien. Sie überlegten sich, was sie in 50 Jahren erreicht haben wollen. Sie vergassen aber die Zeit bis dahin. Heute denken wir das mit. Wenn wir Bäume pflanzen, empfehlen wir zunächst künstliche Beschattungen. Bis die Bäume gross genug sind, um selber Schatten zu spenden.Sie untersuchen mit Ihrer Forschung, wie sich zukunftsfähig verdichtet bauen lässt. Was haben Sie herausgefunden?Jan‹ Carmeliet
Ein ETH-Forscher über Hitze in Städten und darüber, wie man sich vor ihr schützt
In vielen Städten wird immer dichter gebaut. Gleichzeitig steigen jeden Sommer die Temperaturen. Jan Carmeliet forscht daran, wie das zusammengeht.












