PfadnavigationHomePolitikAuslandEnde des Kriegs„Keine Wirtschaftskatastrophe erleben“ – USA und Iran haben Friedensvereinbarung unterzeichnetStand: 00:54 UhrLesedauer: 5 MinutenUS-Präsident Donald TrumpQuelle: AP Photo/Julia Demaree NikhinsonEin Vertreter des Weißen Hauses bestätigt die vorläufige Vereinbarung. Verhandlungen für ein endgültiges Friedensabkommen sollen folgen. Der Iran bekräftigt seinen Willen, in einem endgültigen Abkommen Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus festzuschreiben.US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peschkian haben das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnet. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP die Unterzeichnung der grundsätzlichen Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs, der ausführliche Verhandlungen für ein endgültiges Friedensabkommen folgen sollen. Das US-Portal „Axios“ hatte zuvor berichtet, dass Trump während seines Diners mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Schloss Versailles eine Ausfertigung der Vereinbarung persönlich unterzeichnet habe. Nach Angaben aus Teheran ist das Abkommen von den Präsidenten beider Länder digital unterzeichnet worden. Das sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghaei, Staatsmedien zufolge. Der Text sei fertiggestellt und das Abkommen damit offiziell in Kraft getreten. Es werde keine Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz geben. Zuvor hatte es geheißen, das Rahmenabkommen solle am Freitag in einem Luxushotel nahe der Stadt Luzern unterzeichnet werden. Aus Teheran hieß es, es gebe Überlegungen, dass die Vereinbarung von Trump und dem iranischen Staatschef Massud Peseschkian besiegelt werde.„Axios“-Reporter Barak Ravid schrieb unter Berufung auf zwei US-Beamte ebenfalls auf der Plattform X, dass die Rahmenvereinbarung damit in Kraft sei. Baghaei sagte laut dem regierungstreuen Sender Press TV, dass die Entscheidung, das Abkommen von den höchsten Vertretern beider Länder unterzeichnen zu lassen, angesichts früherer Erfahrungen bewusst getroffen worden sei. Wenn die Präsidenten die Vereinbarung unterzeichneten, wäre ein Verstoß dagegen mit höheren Kosten verbunden, wurde er weiter zitiert.Lesen Sie auchTrump hält sich derzeit wegen des G7-Gipfels in Europa auf. Nach dem Ende des Treffen im französischen Evian speiste er am Mittwochabend mit Macron in Versailles. „Die Reise war ein voller Erfolg“, schrieb Trump kurz vor Bekanntwerden der Vereinbarung auf seiner Plattform Truth Social. „Aber das Hauptgesprächsthema war die Tatsache, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen wird und die Straße von Hormus umgehend geöffnet wird!“Trump verteidigt vorläufigen Deal mit TeheranTrump hat am Mittwoch auf dem G7-Gipfel in Frankreich die vorläufige Einigung mit dem Iran verteidigt. Ein längerer Krieg im Nahen Osten hätte eine Wirtschaftskatastrophe auslösen können, sagte Trump vor Journalisten in Evian-les-Bains. „Ich wollte keine Wirtschaftskatastrophe erleben. Wäre das so weitergegangen, hätte das passieren können.“ Der republikanische Präsident sagte, er wolle nicht wie Herbert Hoover sein, der zur Zeit des Börsencrashs im Oktober 1929 US-Präsident war. Dieser löste die Weltwirtschaftskrise aus. „Alles, was ich weiß, ist, dass jedes Mal, wenn wir über die Möglichkeit von Frieden sprachen, der Aktienmarkt wie eine Rakete in die Höhe schoss“, sagte Trump. „Jedes Mal, wenn wir etwas Negatives sagten, wie zum Beispiel 'Wisst ihr was, wir werden uns nicht einigen können', ging er sehr stark zurück.“Lesen Sie auchTrumps Äußerungen standen im Gegensatz zu früheren Bemerkungen. Damals hatte er erklärt, er erwarte höhere Ölpreise, liebe die Inflation und sei „nicht einmal ein bisschen“ motiviert, wegen der finanziellen Lage der Amerikaner eine Einigung zu erzielen. Am Mittwoch sagte Trump Reportern, die Wirtschaft sei widerstandsfähig gewesen. Er habe vorausgesagt, dass die Aktienkurse infolge des Krieges um 25 bis 30 Prozent hätten fallen können. Die US-Streitkräfte hätten darauf verzichtet, die Ölpipeline des Irans zu bombardieren und so noch bedeutendere wirtschaftliche Auswirkungen vermieden. „Das hätte eine internationale Depression auslösen können“, sagte Trump.Ökonomen zufolge ist die Unterzeichnung der Absichtserklärung eine gute Nachricht für die Weltwirtschaft, wenn sie Bestand hat. Es könne jedoch Monate dauern, bis sich die Handelsströme und die Treibstoffversorgung normalisierten. Lesen Sie auchDie Einigung auf das Rahmenabkommen für eine Beendigung des Ende Februar durch US-israelische Angriffe gestarteten Iran-Kriegs war international mit großer Erleichterung aufgenommen worden. Allerdings sollen schwierige Fragen – unter anderem über die Zukunft des iranischen Atomprogramms – erst nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens in Angriff genommen werden. Dafür ist eine 60-tägige Verhandlungsperiode vorgesehen. Iran: Letztlich wird es Gebühren für Durchfahrt durch Straße von Hormus gebenDer Iran hat unterdessen seinen Willen bekräftigt, in einem endgültigen Friedensabkommen mit den USA Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus festzuschreiben. Nach der 60-tägigen Phase zur Aushandlung des endgültigen Friedensabkommens werde sein Land bei der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge „nicht zu den Vorkriegsbedingungen zurückkehren“, sagte der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf in einem Interview, das am Mittwochabend im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde.„Der Iran hat das Recht auf Souveränität über die Straße von Hormus und natürlich werden wir eine Servicegebühr erhalten“, sagte Ghalibaf. Zugleich betonte er, dass sein Land das Rahmenabkommen für einen Friedensschluss mit den USA als Erfolg für sich verbuche. „Die Vereinbarung ist ein Beleg für das Scheitern der USA“, sagte der Iraner in dem Fernsehinterview. Lesen Sie auchDie USA hatten am Mittwoch den den Text des Rahmenabkommens veröffentlicht. Darin ist unter anderem die Öffnung der für den weltweiten Öl- und Flüssiggashandel wichtigen Straße von Hormus festgehalten.Zudem verpflichtet sich Teheran demnach dazu, seine Vorräte hochangereicherten Urans zu verdünnen, damit der Bau von Atomwaffen wie von Washington gefordert unmöglich wird. Dies solle unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im Iran geschehen. Im Gegenzug wollen die USA ihre Ölsanktionen gegen den Iran aufheben. Sanktionen sollen bei endgültigem Abkommen aufgehoben werdenDie Vereinigten Staaten sichern Teheran demnach zu, dass der Iran sein Öl nach Unterzeichnung der Vereinbarung wieder verkaufen kann. Weitere Wirtschaftssanktionen sollen aufgehoben werden, wenn sich Teheran und Washington nach einer 60-tägigen Verhandlungsphase auf ein endgültiges Friedensabkommen einigen. afp/sdpa/aha
Ende des Kriegs: „Keine Wirtschaftskatastrophe erleben“ – USA und Iran haben Friedensvereinbarung unterzeichnet - WELT
Ein Vertreter des Weißen Hauses bestätigt die vorläufige Vereinbarung. Verhandlungen für ein endgültiges Friedensabkommen sollen folgen. Der Iran bekräftigt seinen Willen, in einem endgültigen Abkommen Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus festzuschreiben.












