Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia setzt sich für eine Reform der Mietpreisbremse ein, um ​den Bau von Wohnungen anzukurbeln. Der Schutz solle vorwiegend für gut ‌verdienende Mieter wegfallen. „Wir müssen stärker sozial differenzieren“, sagte Vonovia-Chef Luka Mucic am Dienstagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV).Zum Beispiel müssten ⁠sich „alle ⁠großen Bestandshalter verpflichten, an Menschen, die mit entsprechenden Wohnberechtigungsscheinen in diesem Drittel sind, frei werdenden Wohnraum prioritär zu vermieten“, erläuterte Mucic. ‌Zur Not könne es hier auch ​weitergehende Beschränkungen ‌bei der Preisbindung geben.Im Gegenzug müsse der Markt für den Rest der Mieterschaft liberalisiert werden – verbunden mit einem Härtefallmanagement. Dies würde einen Anreiz für Investitionen in den ‌Bau neuer Wohnungen schaffen – „einen besseren Investmentcase für Unternehmen“, argumentierte Mucic. Vor allem das obere Drittel der Mieterschaft ‌werde mit einer Liberalisierung kein ​Problem haben.

Vonovia bewirtschaftete Ende März in Deutschland knapp 471.000 eigene Wohnungen. In Schweden waren es rund 40.000 und in Österreich etwa 20.000, zusammen also knapp 531.000 Wohnungen. Die monatliche Durchschnittsmiete in Deutschland lag Ende März bei 8,26 Euro pro Quadratmeter, 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.