Die Bilder des Polizeieinsatzes gehen viral: Polizisten reißen Menschen, die gelbe Westen anhaben und Polnisch sprechen, zu Boden. Deutsche Polizisten gehen gegen polnische Bürger vor – das ist die Botschaft, die in dem Film transportiert wird, der gerade die Social-Media-Kanäle heißlaufen lässt. Im Internet überschlagen sich die Hasskommentare gegen die deutsche Polizei und ihr „brutales Vorgehen“. Alte Wunden der Geschichte brechen auf.Was war passiert? Am Dienstagnachmittag hatten sich etwa 15 Männer mit gelben Westen am Skulpturenpark vor dem Berliner Reichstag eingefunden. Mit einer nicht angezeigten Demo wollten sie mit Transparenten und einem großen Holzkreuz zum Gedenkstein für die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Polen an der Heinrich-von-Gagern-Straße ziehen. Die Polizei untersagte ihnen aber den Aufzug zu dem Gedenkort und dort das Aufstellen des Holzkreuzes.
Ein Sprachmittler der Polizei bot den Demonstranten an, eine stationäre Kundgebung am Skulpturenpark abzuhalten oder sich in Dreiergruppen zum Gedenkort zu begeben. Das Aufstellen eines 2,50 Meter hohen Kreuzes, das Entfalten eines langen Transparentes und das Abspielen lauter Musik über Lautsprecher hielt die Polizei mit der Würde des Gedenkortes nicht für vereinbar. Als die Gruppe nach etwa einstündiger Diskussion trotzdem mit dem Kreuz und den Transparenten in Richtung Denkmal lief, stoppte die Polizei den Zug und erteilte den Aktivisten Platzverweise. „Da es hierbei zu Widerständen kam, wendeten unsere Einsatzkräfte auch Zwangsmaßnahmen an“, teilt die Behörde später auf X mit.










