Der Gründer der weltgrößten Containerreederei MSC, Gianluigi Aponte (85), hat während der Coronapandemie Milliarden gescheffelt. Wohin damit? An der Hamburger Hafengesellschaft HHLA übernahm der Italiener bereits 49,9 Prozent, Interesse am Billigflieger Easyjet hat der gelernte Kapitän auch schon bekundet. Nun richtet sich sein Blick auf den deutschen Rivalen Hapag-Lloyd , wie mein Kollege Michael Machatschke erfahren hat. Ist Hapag-Lloyd stark genug, um Aponte auflaufen zu lassen?

Auf den ersten Blick wirkt die deutsche Reederei uneinnehmbar. Die Ankeraktionäre Klaus-Michael Kühne (89) und die chilenische Reederei CSAV (jeweils 30 Prozent) sind per Vertrag aneinander gebunden, die Stadt Hamburg hält knapp 14 Prozent. Doch Aponte vermutet feine Risse in dem Bollwerk, berichtet Michael: Ihm bleibt die altbewährte Taktik der Belagerung, mit der die Römer einst auch Karthago einnahmen. Welche Chancen der expansionswütige Aponte (MSC esse crescendam) auf eine feindliche Übernahme von Hapag-Lloyd hat, lesen Sie hier.

Käpt’n Nimmersatt: Gianluigi Aponte baut aus der Schweiz heraus an seinem Firmenimperium – und hat jetzt Hapag-Lloyd erspäht

Die Wirtschaftsnews des Tages:In der Autobranche bebt es allerorten. Der VW-Vorstand hält den Konzern für existenzgefährdet , und der bislang bemerkenswert resiliente Autobauer BMW kappt wegen der Krise in China seine Gewinnprognose. Wie der neue BMW-Chef Milan Nedeljković (57) dagegenhält, lesen Sie hier.Der US-Pharmakonzern Moderna prüft den Kauf der Biontech-Produktionswerke in Marburg und Idar-Oberstein, die der deutsche Rivale schließen will. Moderna-Chef Stéphane Bancel (53) stellt dafür aber eine Bedingung.Die Vertreter der führenden Industriestaaten zeigten sich beim G7-Gipfel im französischen Évian in seltener Einigkeit – inklusive US-Präsident Donald Trump (80). Sie kündigten neue Sanktionen gegen Russland an.