Mit seinem angekündigten Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige reiht sich Premierminister Keir Starmer in einen internationalen Trend ein. Am Montag kündigte die Regierung in London an, Plattformen wie TikTok, Instagram, Facebook, X und YouTube für Minderjährige zu sperren – und begründet das mit dem Schutz vor Cybermobbing, problematischen Inhalten und süchtig machenden Algorithmen.
Großbritannien folgt damit Australien, das Ende 2025 als erstes Land der Welt ein entsprechendes Gesetz verabschiedete. Auch Frankreich, Griechenland, Spanien und Österreich diskutieren ähnliche Regelungen oder haben – mit unterschiedlichen Altersgrenzen – bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht.
Ausgerechnet in Australien zeigen sich jedoch die Grenzen eines solchen Verbots. Dort lässt sich die Regelung häufig durch VPN-Dienste oder falsche Altersangaben umgehen. Zudem könnten Jugendliche auf weniger regulierte Plattformen mit noch schwächeren Schutzmechanismen ausweichen.
Widerspruch kommt auch von jungen Menschen selbst. „Soziale Medien sind ein riesiger Teil meines Lebens“, sagt der 15-jährige Sänger Ziame Stewart der BBC. Er fürchtet, das Verbot nehme jungen Kreativen Chancen – viele Künstler seien bereits als Teenager über YouTube oder Instagram entdeckt worden. „Man sollte sich in unsere Lage versetzen“, fordert er. Ähnlich sieht es die 14-jährige Influencerin Miley Williams, die um ihr Geschäftsmodell fürchtet. Der 16-jährige Harry Sawtell verweist zudem auf soziale Netzwerke als wichtigen Austauschort, etwa für Jugendliche aus der LGBTQ-Community.










