Snap, das Unternehmen hinter der Foto- und Video-App Snapchat, will Vorreiter im Bereich digital aufgewerteter Brillen sein. Am Dienstag hat Unternehmenschef Evan Spiegel in Kalifornien eine neuartige Augmented Reality(AR)-Brille vorgestellt. Das Gadget namens »Specs« (kurz für »Spectacles«, zu deutsch Brillen) soll voraussichtlich im Herbst in den USA, Großbritannien und Frankreich auf den Markt kommen. Auf einer Website des Unternehmens werden sie als »der erste tragbare Computer für die echte Welt « bezeichnet.Den Preis setzte Snap auf 2195 Dollar in den USA und 2295 Euro in Frankreich an. Vorbestellungen werden ab sofort angenommen, Interessenten müssen eine Anzahlung von 200 Dollar zahlen. Damit sind sie substanziell teurer als etwa Metas Ray-Ban-Display-Brillen, die in den USA ab 799 Dollar kosten. In der EU können sie auf Grund von Vorschriften zur Wechselbarkeit von Batterien und der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) nicht angeboten werden.»Mit Specs läuten wir eine neue Ära der Computertechnik ein«, sagte CEO Spiegel. »Seit Jahrzehnten zwingen uns Computer dazu, den Blick nach unten zu richten, stillzusitzen oder den Moment zu verlassen. Specs hingegen bringen die Computertechnik in die Welt, in der wir leben, arbeiten, lernen, kreativ sind und miteinander in Verbindung stehen.«Die Brillen sollen etwa Routen-Anweisungen und dazu eine Mini-Karte ins Blickfeld ihrer Träger einblenden können. Beim Blick auf einen Automotor könnten sie auf Nachfrage markieren, wo die Kühlflüssigkeit hineingehört, sofern entsprechende Apps für das System entwickelt werden. Die Daten werden als Texte, Grafiken und Bilder in einen Teil des Blickfelds eingeblendet. Steuern kann man die Anzeige mit Fingerbewegungen, die von einer Kamera in der Brille erfasst werden. Die Batterie soll bis zu vier Stunden halten, mit Nachladen in der Brillenhülle bis zu 20 Stunden. Es gibt Modelle in zwei Größen, von denen das leichtere 132 Gramm wiegt.