Noch ist das Gelände des ehemaligen Bus- und Trambetriebshofs an der Westend-/Zschokkestraße in Laim nicht mehr als eine unbewachsene Schottergrube. Nur die drei Kräne, die Bauzäune und erste Fundamente im Boden lassen erahnen, was da gebaut werden soll. Bis Ende 2028 sollen dort vier achtgeschossige Wohnhäuser mit 212 Wohnungen für die Mitarbeitenden der Stadtwerke entstehen, dazu eine Kindertagesstätte.Die 212 Wohnungen stellen nur die erste Bauphase an diesem Standort dar. Insgesamt 630 Mitarbeiterwohnungen sollen es künftig werden. Das macht das Gelände in Laim zum größten Werkswohnungsstandort der SWM. Die Gesamtkosten liegen bei circa 300 Millionen Euro.„Wir investieren in unsere Mitarbeitenden, die München rund um die Uhr am Laufen halten“, sagt Gabriele Jahn, SWM-Geschäftsführerin für Personal, Immobilien und Bäder, als an diesem Vormittag der Grundstein für den Neubau gelegt wird. In dem Projekt stecken drei Jahre Planung, 2025 folgte die Baugenehmigung und Anfang Februar dieses Jahres der Spatenstich, mit dem der Baustart für Phase eins eingeleitet worden ist.Die Nachfrage nach den SWM-Mitarbeiterwohnungen sei enorm hoch. „In der internen Datenbank sind über 2000 Bewerber registriert“, sagt der SWM-Geschäftsbereichsleiter für Immobilien, Bernhard Boeck. Insbesondere Wohnungen für Familien seien nachgefragt. Auf der insgesamt knapp 17 400 Quadratmeter großen Wohnfläche in Laim sind aus diesem Grund in erster Linie Familienwohnungen mit vor allem zwei bis vier Zimmern geplant.Grundstein gelegt: Oberbürgermeister Dominik Krause, Gabriele Jahn, SWM-Geschäftsführerin für Personal, Immobilien und Bäder, und Bernhard Boeck, SWM-Geschäftsbereichsleiter für Immobilien (v. l.). Robert HaasDas Besondere: Die Mitarbeiterwohnungen sollen bezahlbar sein. „Wir müssen Antworten auf die hohen Mietpreise in München finden“, sagt Boeck. Der Mietpreis liege deutlich unter der Marktmiete und werde an das Einkommen der Beschäftigten angepasst. „Die gleiche Wohnung kostet für den hoch dotierten IT-Spezialisten mehr als zum Beispiel für einen Tramfahrer“, erklärt er. 70 Prozent der neuen Werkswohnungen sollen zudem explizit an Menschen der unteren Einkommensschichten gehen. Das Mietmodell sei mit dem Betriebsrat und der Stadtverwaltung entwickelt worden. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) lobt die Initiative der Stadtwerke. „Wir brauchen mehr davon, damit Druck aus dem Münchner Wohnungsmarkt genommen wird.“Wer eine Wohnung mieten darf, werde nach einem Kriterienkatalog bestimmt. Die Betriebszugehörigkeit werde in die Entscheidung einbezogen, aber auch die Haushaltsgröße – und ob Kinder dazugehören. Sollte der Bau wie geplant ablaufen, würden im Laufe des Jahres 2028 die Wohnungen nach und nach vergeben. Gemietet werden dürfe dann so lange, wie die Anstellung bei den SWM dauere. Im Ruhestand dürfe man allerdings darin wohnen bleiben.Gesamtziel auf 4000 Werkswohnungen erhöhtDen Neubau konzipiert hat die Arbeitsgemeinschaft der Münchner Planungsbüros dreisterneplus GmbH und Drees & Sommer. Es soll mit CO₂-reduziertem Beton und – wie bei anderen SWM-Wohnungsprojekten – in Holzhybrid-Bauweise gebaut werden, bei der Bauteile aus Stahl und Beton mit Holzstützen kombiniert werden. Auf den Dächern der Häuser sollen zudem auf mehr als 600 Quadratmetern Photovoltaik-Anlagen installiert werden.Ziel ist es, dass sich die Werkswohnungen in das neue Stadtquartier einfügen, das an dem Standort langfristig entstehen soll. Dort werden inklusive der Mitarbeiterwohnungen mindestens 1050 Wohneinheiten errichtet, weiterer Eigentümer ist unter anderem die Eisenbahner-Baugenossenschaft. Geschäfte, ein Seniorenzentrum, eine Tiefgarage, Kitas und eine Schule sollen geschaffen werden; Grünflächen sollen den neuen Zschokkepark bilden.Auf dem Gelände des ehemaligen Trambetriebshofs soll langfristig ein neues Stadtquartier entstehen. Visualisierung: dreisterneplus GmbHDie SWM haben derzeit insgesamt etwa 1400 Wohnungen für ihre Mitarbeitenden in München, 1500 weitere sind in Planung. Dazu gehören die etwa 420 Wohnungen des zweiten Bauabschnitts an der Westend-/Zschokkestraße, die 2032 fertiggestellt werden sollen. Zusätzlich soll es bis 2031 circa 370 Mitarbeiterwohnungen an der Dachauer/Heßstraße geben, und bis 2032 sind 200 Wohnungen an der Hans-Preißinger-Straße geplant sowie 180 an der Heinrich-Wieland-Straße. Ein Jahr später sollen etwa 100 an der Landshuter Allee folgen.Während die Stadtwerke zuletzt eine Gesamtzahl von 3000 Wohnungen in München bis 2030 angestrebt hatten, haben sie nun ein neues Ziel bekanntgegeben: Bis circa 2040 wollen sie den Bestand auf 4000 Wohnungen erhöhen. Wo die weiteren Wohneinheiten hinkommen, werde bereits mit der Stadt und privaten Anbietern besprochen, so Boeck.Das neue Ziel würde bedeuten, dass jeder Dritte der 12000 Mitarbeitenden der Stadtwerke künftig in eine Werkswohnung ziehen könnte. Allerdings soll ein Teil der 4000 Wohnungen auch „Mitarbeitenden städtischer Gesellschaften und weiterer Münchner Unternehmen“ zur Verfügung gestellt werden, ergänzt Boeck. Gespräche habe man beispielsweise bereits mit den Münchner Kliniken, dem Flughafen und der Messe München geführt.
München: Stadtwerke starten Wohnungsbauprojekt für Mitarbeitende
Stadtwerke München bauen in Laim 212 Wohnungen für Mitarbeitende, weitere 630 sind geplant.








