Ein Trend, zwei Größenordnungen: In der Atomindustrie zeichnen sich gerade verschiedene Varianten einer Erzählung ab. Während der Westen auf die Miniaturisierung von Reaktoren setzt, entstehen in China zurzeit Großreaktoren in atemberaubenden Tempo. Die Volksrepublik hat ihren Kernkraftwerkspark seit 2016 fast verdoppelt und erreicht jetzt eine Gesamtleistung von fast 60 Gigawatt. Bei den neuen Anlagen handelt es sich fast ausschließlich um Druckwasserreaktoren im Gigawattbereich.
In den USA schlägt sich zwar ebenfalls die Renaissance der Atomkraft nieder, doch de facto wurden in dieser Zeit nur zwei Reaktoren gebaut – Block 3 und Block 4 des Kraftwerks Vogtle im Bundesstaat Georgia. Kleinere Reaktoren, die SMR (small modular reactors) sorgen unterdessen für Wirbel in der Energieszene und zogen viele Investitionen an. Ein Entwickler von Mikroreaktoren konnte gerade mitteilen, wie sein Reaktor im Rahmen eines neuen Pilotprogramms des US-Energieministeriums Kritikalität erreichte.
Steigender Strombedarf: Was können neue Atomreaktoren leisten?
Auch wenn Deutschland aus der Branche ausgestiegen ist: Die Welt befindet sich in einem Wettlauf, den steigenden Strombedarf zu decken – und viele Länder interessieren sich dabei für die Kernenergie. Sie scheint reizvoll, da sie direkt keine Treibhausgasemissionen verursacht. Aber der Trend lässt dennoch relevante Fragen offen, etwa in Bezug auf den Atommüll. Angesichts des steigenden Strombedarfs lautet die Frage: Welche dieser Strategien wird sich wirklich durchsetzen, wenn es darum geht, schnell neuen Strom ins Netz zu bringen?






