PfadnavigationHomeRegionalesThüringenGedenken an die Opfer des 17. Juni 1953 in ThüringenStand: 04:03 UhrLesedauer: 2 MinutenIn der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt ist eine neue Medien-Installation über politische Häftlinge 1952 bis 1989 zu sehen. (Archivbild)Quelle: Martin Schutt/dpaZum Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnern Thüringer Landespolitiker an den Mut der Menschen, die damals auf die Straße gingen.Mit einer Kranzniederlegung auf dem Marktplatz von Nordhausen und einer Gedenkveranstaltung erinnern Thüringer Landespolitiker heute an die Opfer der Aufstände des 17. Juni 1953. Thüringens Landtagspräsident Thadäus König sagte vorab, der 17. Juni sei Mahnung und Erinnerung zugleich. Obwohl die Aufstände niedergeschlagen worden seien, hätten die Menschen damals die Erfahrung gemacht, dass sie nicht allein gewesen seien.Diktatur ins Wanken gebracht«Sie hatten erfahren, dass aus vielen einzelnen Stimmen eine gemeinsame werden konnte, und sie hatten erlebt, dass man eine Diktatur zum Wanken bringen kann, wenn man entschlossen handelt», sagte König laut einer Mitteilung. Diese Erfahrung habe sich während der Friedlichen Revolution 1989/90 wiederholt.Haft und TodesstrafenRund eine Million Menschen waren in der DDR vor 73 Jahren in rund 700 Orten gegen die politisch und wirtschaftlich angespannte Lage auf die Straße gegangen. Aus spontanen Streiks entwickelte sich ein Aufstand mit Rufen nach Freiheit und Einheit. Der Aufstand wurde unter Einsatz sowjetischer Panzer gewaltsam niedergeschlagen.DDR-weit kamen bei dem Aufstand über 50 Menschen ums Leben. Rund 10.000 Demonstranten wurden laut Bundesstiftung Aufarbeitung festgenommen, mehr als 1.500 von ihnen zu Haftstrafen und einige sogar zum Tode verurteilt.Bei der Gedenkveranstaltung in Nordhausen werden neben Landtagspräsident König auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Peter Wurschi, erwartet.Wegweiser zum Jahr 1989Voigt sagte vorab laut einer Mitteilung, es sei «Ausdruck unseres demokratischen Selbstverständnisses», die Erfahrungen der Menschen aufrecht zu halten, die DDR-Unrecht erlitten haben. «Die Biografie eines Menschen kann brechen, doch seine Würde nicht.»Der Mut der Menschen, die damals für die Freiheit auf die Straße gegangen seien, sei zwar nicht unmittelbar belohnt worden, «aber er markiert bereits einen frühen Wegweiser zum Jahr 1989 – hin zu einem Deutschland in Einheit und Freiheit», sagte Voigt.dpa-infocom GmbH
Gedenken an die Opfer des 17. Juni 1953 in Thüringen - WELT
Zum Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnern Thüringer Landespolitiker an den Mut der Menschen, die damals auf die Straße gingen.









