In den meisten Unternehmen verdienen Männer noch immer höhere Stundenlöhne als Frauen. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ist dabei in den großen Unternehmen geringer als in der Gesamtwirtschaft. Und zumindest in den Dax-Konzernen hat sich die Bezahlung im vergangenen Jahr weiter angenähert. Der durchschnittliche „unbereinigte Gender-Pay-Gap“ der Dax-40-Unternehmen sank im vergangenen Jahr von 12,2 auf 10,7 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens EY-Parthenon, die der F.A.Z. vorab vorliegt. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft haben Frauen im Jahr 2025 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 16 Prozent weniger verdient als Männer.Der Rückgang der Lohnunterschiede sei ein „ermutigendes Signal“, sagt Janine Bartsch, Senior-Managerin bei EY-Parthenon: „Viele Unternehmen haben Programme aufgelegt, um die Lohnlücke schrittweise zu schließen.“Dabei gibt es allerdings zwischen den Dax-Unternehmen noch immer beträchtliche Unterschiede. Vor allem in der Finanzbranche sind die Lohnunterschiede noch beträchtlich.In sechs Dax-Unternehmen ist der Gender-Pay-Gap negativAngeführt wird die Rangliste der größten Lohnunterschiede wie schon im Vorjahr von der Deutschen Bank. Dort liegen die Bruttostundenlöhne der Männer um 38 Prozent über denen der Frauen. Sehr groß ist die Lohnlücke auch in der Commerzbank (30,2 Prozent), der Munich Re (29,6), der Deutschen Börse (28,2) und der Hannover Rück (27,1).In sechs Dax-Unternehmen ist der Gender-Pay-Gap negativ. Das heißt: Frauen erhalten dort im Schnitt höhere Bruttostundenlöhne als Männer. So verdienen bei BMW die Frauen im Schnitt knapp zehn Prozent mehr als die Männer, bei Heidelberg Materials und Symrise sind es rund acht Prozent mehr und bei Daimler Truck rund fünf Prozent. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass in diesen Unternehmen der Frauenanteil in der Belegschaft vergleichsweise gering ist – bei BMW nur rund 20 Prozent – und die wenigen Frauen, die dort arbeiten, offenbar eher besser dotierte Posten in der Verwaltung haben. Auch bei der DHL Group und Vonovia verdienen die Frauen im Schnitt etwas mehr, allerdings sind die Unterschiede dort minimal.Für die Analyse haben die Studienautoren die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen ausgewertet: Seit zwei Jahren müssen große Unternehmen gemäß der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) über Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen berichten.Frauen häufiger als früher auf besser bezahlten Posten tätigWichtig dabei: Bei den Zahlen handelt es sich um unbereinigte Werte – das heißt: Es wird lediglich der durchschnittliche Bruttostundenlohn verglichen. Andere wichtige Faktoren für den Verdienst – wie Qualifikation, Studienfachwahl, Position und Berufserfahrung – bleiben vollkommen unberücksichtigt. Mit diesen Faktoren kann ein Großteil der Verdienstunterschiede erklärt werden. Insofern zeigen die Zahlen nicht, inwiefern Frauen für dieselbe Tätigkeit weniger verdienen. Sie zeigen eher, dass Frauen auf weniger gut dotierten Stellen arbeiten, oft in Teilzeit und in niedrigeren Positionen. Angestellte in Teilzeit – und damit vorwiegend Frauen – steigen generell seltener auf und erreichen damit auch seltener gut dotierte Stundenlöhne. Dass sich die Lohnlücke langsam verringert, deutet aber darauf hin, dass Frauen mittlerweile häufiger als früher auf besser bezahlten Posten tätig sind.
Gender Pay Gap im Dax: Lohnlücke schrumpft
Männer verdienen in deutschen Konzernen weiterhin mehr als Frauen – ein Großteil der Differenz lässt sich jedoch erklären. Wo die Lohnlücken noch am größten sind.







