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Gender-Pay-Gap: Ärger um Gehaltstransparenz In der Union rumort es wegen der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Offenlegung der Gehälter. Aber in Brüssel gibt es keine Mehrheit für eine Korrektur.
Daniel Goffart 13.06.2026 - 13:43 Uhr In Verzug: Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) hätte die Regelung zur Offenlegung der Gehälter bereits umsetzen müssen. Foto: IMAGO/Bernd ElmenthalerEine Überraschung war die Richtlinie aus Brüssel nicht. Seit Jahren wird darüber diskutiert, und eigentlich hätte die EU-Vorgabe zur Schaffung größerer Offenheit bei den Gehaltstrukturen der Unternehmen schon mit Beginn des Monats Juni in nationales Recht umgesetzt werden müssen.Doch die in Deutschland dafür zuständige Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat bisher noch nichts vorgelegt. Erklärt wird das im Ministerium mit internen Abläufen. Doch dahinter könnte auch ein zwar später, aber wachsender Widerstand aus der Union und einigen Wirtschaftsverbänden stecken.Mit deutlicher Kritik meldete sich beispielsweise jetzt die Vorsitzende der Mittelstandsunion, Gitta Connemann, zu Wort. Die CDU-Politikerin und Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium nennt die Entgelt-Transparenz-Richtlinie der EU „ein Paradebeispiel für europäische Überregulierung“. Die Unternehmen brauchten keine neuen Fesseln, sondern Luft zum Atmen, betonte Connemann.Konfliktpotenzial in den BetriebenWiderstand kommt auch aus der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. „Der bürokratische Aufwand und der gesellschaftliche Nutzen stehen in keinem Verhältnis zueinander“, sagte der CSU-Europapolitiker und Wirtschaftsexperte Markus Ferber zu Bild. Die EVP-Abgeordnete Angelika Nieber (CDU) fordert eine Aufschiebung der Umsetzung um zwei Jahre.Das Hauptargument für die Transparenz-Richtlinie, mit der Offenheit bei den Gehältern werde der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen sinken, wird in der Union nicht geteilt. Statt mehr Gleichberechtigung drohe die Regelung eher, für Konflikte in den Betrieben zu sorgen, meint Anne König, familien- und frauenpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.Pflicht zur Transparenz Ende der Verschwiegenheit – mein Gehalt bleibt kein Geheimnis mehr Im Juni tritt die EU-Transparenz-Richtlinie in Kraft – und die Unternehmen müssen Farbe bekennen und Unterschiede bei der Entlohnung erklären. von Daniel GoffartEs gibt innerhalb der EVP und der Unionsfraktion Bestrebungen, in Brüssel Nachverhandlungen zu fordern, um Korrekturen durchzusetzen. Dabei sollen EU-Abgeordnete aus Österreich und Schweden helfen, weil auch in diesen EU-Mitgliedstaaten Kritik an der Richtlinie lautgeworden ist.SPD und Grüne lehnen abAllerdings ist es fraglich, ob sich so spät im Verfahren noch eine Mehrheit dafür findet. Sozialdemokraten und Grüne im Europaparlament sprechen sich strikt dagegen aus, die bereits verabschiedete Richtlinie noch einmal zu korrigieren. „Die Kommission muss jetzt gemäß ihrem Auftrag sicherstellen, dass die Richtlinie zeitnah umgesetzt wird, und sie muss säumige Staaten zur Rechenschaft ziehen“, sagt der Vorsitzende der SPD-Gruppe im Europaparlament, René Repasi. „Die Sozialdemokraten erwarten, dass das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend unverzüglich handelt“.Auch bei den Grünen wird der Versuch einer nachträglichen Korrektur der Richtlinie zur Gehaltstransparenz zurückgewiesen. „In Deutschland liegt der Verdienst von Frauen immer noch 16 Prozent unter dem von Männern“, sagt Terry Reintke, Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Europaparlament. „Die Bundesregierung verschleppt und verzögert das Gesetz unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus, tatsächlich blockieren sie notwendige Fortschritte bei der Lohngerechtigkeit für Millionen Frauen und machen in der gesamten EU den Oberbremser“, kritisiert Reintke. „Das ist nicht nur peinlich, sondern ein fataler Fehler, denn bei Lohngerechtigkeit gibt es nicht ‚ein bisschen ungerecht‘, und Frauen brauchen endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit.“ Sie fürchtet, dass bei einer Revision in der EU nicht nur kosmetische Änderungen drohen, sondern das gesamte Gesetz auf der Kippe stünde. „Wir bauen deshalb auf die Kommission, die bestehende Richtlinie zu verteidigen und die Umsetzung den Mitgliedstaaten sicherzustellen.“ Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick Anzeige Gutscheine Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen Anzeige Weiterbildung Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick










