»Rücksichtslos ausgenutzt«: Ein schwedisches Gericht hat einen 61-jährigen Mann zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, weil er seine Ehefrau zu bezahltem Sex mit mindestens 120 Männern gezwungen hatte. Das Gericht in Härnösand sprach den Mann wegen schwerer Zuhälterei, versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung und wegen eines Drogenvergehens schuldig. Er habe seine Frau über Jahre »rücksichtslos ausgenutzt«, so das Gericht.Im Internet bot der Mann seine Frau zu bezahltem Sex an und verdiente damit laut Anklage zwischen 2022 und 2025 mehr als 500.000 schwedische Kronen (etwa 46.000 Euro). Der Angeklagte habe »den Einstieg der Frau in die Prostitution« in die Wege geleitet und auch den »Großteil der Organisation« übernommen, stellte Richter Johan Ahlberg in seinem Urteil fest, in dem er den Fall als schwere Zuhälterei einstufte.
Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann auch wegen Vergewaltigung in acht Fällen angeklagt und zehn Jahre Haft gefordert. Von den Vergewaltigungsvorwürfen sprach der Richter ihn aber frei: In sieben Fällen sei nicht klar, ob die Frau dem Geschlechtsverkehr zugestimmt habe, und im achten Fall sei nicht klar, welche sexuellen Handlungen vollzogen worden seien.Im Laufe der Ermittlungen waren 120 Männer identifiziert worden, die für Sex mit der Frau bezahlt hatten. 29 von ihnen konnten nach Gerichtsangaben strafrechtlich verfolgt und 28 verurteilt werden. Zwei von ihnen wurden zu Haftstrafen veurteilt, die anderen zu Geld- oder Bewährungsstrafen.












