Seit Ende April ist die Baustelle am Breitscheidplatz in vollem Gange. Fast zehn Jahre nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche sollen hier nicht nur die sperrigen Betonblöcke und Stahlgitterkörbe schrittweise durch Elemente ersetzt werden, die sich besser in die Umgebung einfügen – von Hochbeeten und dezenteren Pollern ist die Rede. Auch Leitungs- und Tiefbauarbeiten in den Straßen rund um den Platz laufen seit einigen Wochen.

Doch spätestens seit Baubeginn wächst die Kritik an dem Vorhaben. Anrainer, vor allem aber Gastronomen und Gewerbetreibende, befürchten eine Dauerbaustelle, wie sie in der Vergangenheit bereits auf der Friedrichstraße zu beobachten war und dort über Monate hinweg erhebliche Einschränkungen im Alltag, für Lieferverkehr und Kundschaft verursacht hat. Schon jetzt, nur wenige Monate nach Baustart, sollen einige Geschäfte aufgrund des Umbaus erhebliche Umsatzeinbußen verzeichnet haben.

Gastronom: „Der normale Berliner kommt nicht mehr“

Für Mathias Wolf, den Betreiber und Inhaber von Curry Wolf, ist die Gesamtsituation das Problem. Der Gastronom betreibt sowohl vor dem Hotel Adlon am Brandenburger Tor als auch am Breitscheidplatz ein Currywurstgeschäft und kann diese miteinander vergleichen: „Ich bin seit über 20 Jahren am Kudamm und die Tendenz ist schon lange im Sinkflug. In den vergangenen Monaten haben die Umsatzeinbußen aber nachweislich noch weiter zugenommen“, erklärt Wolf im Gespräch mit der Berliner Zeitung. „Durch diese Baustellen möchte der normale Berliner gar nicht mehr hierhin kommen.“ Während er in der Vergangenheit in seinem Geschäft an der Rankestraße Ecke Tauentzienstraße drei bis vier Mitarbeiter pro Tag einsetzen konnte, seien es mittlerweile nur noch maximal zwei bis drei. „Wir haben unser Personal um 33 Prozent zurückschrauben müssen, weil einfach kein Bedarf mehr da ist“, sagt der Gastronom.