Seit Jahren veranstaltet die völkische Gruppe „Jungadler“ konspirativ Zeltlager und indoktriniert Kinder – und hat Verbindungen bis zur AfD.
E s sind Szenen an diesem Samstag Ende Mai im kleinen Neubulach im Schwarzwald, die auch Wanderer stutzen und anhalten lassen. Ganz am Ortsrand, hinter einer Veranstaltungsscheune, der Faktorei, schreitet am Morgen eine Art Prozession auf eine frisch abgeheute, hügelige Wiese. Vor den Bäumen steht eine Tischreihe, feierlich gedeckt mit weißen Laken. Nur der nahe Waldrand spendet Schatten, dahinter geht es hinab zu einem Bergwerk. Voran geht ein junges Paar, sie im langen weiß-grauen Kleid, in den Haaren ein Blumenkranz, er passend dazu mit grauer Weste. Und hinter ihnen mehr als 150 Personen. Die Frauen und Mädchen ebenso in traditionellen Kleidern, auch die Männer und Jungen in Tracht. Auf der Wiese bilden sie einen zeremoniellen Kreis, tanzen und singen, musizieren mit Gitarren, die Hitze schwirrt. Es wirkt wie ein altertümliches Spektakel.
Später zieht die Gruppe wieder zurück in die Scheune. Hinter den Gebäuden sind schwarze Jurten zu sehen, wie sie Pfadfinder benutzen. Der Hof ist zugeparkt mit Autos, viele mit Dachzelten, dazu Kleinbusse, in denen sich übernachten lässt. An der Fassade des Gebäudes ist ein Reichsadler zu erkennen und der Schriftzug: „Deutsches Schutzgebiet“.







