Reedereien werden den Transit durch die Straße von Hormus erst in einigen Wochen wieder aufnehmen, wenn sie davon überzeugt sind, dass das Abkommen zwischen den USA und dem Iran „substanziell“ ist. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der „Financial Times“. Der Verband Deutscher Reeder hatte sich am Montag zunächst „vorsichtig optimistisch“ gezeigt.

Erste iranische Schiffe haben das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman dagegen offenbar bereits durchquert. Mindestens drei Öltanker und zwei Frachtschiffe hätten die Zone am Montagabend ohne Zwischenfälle passiert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise.Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran in der Nacht auf Montag auf ein Rahmenabkommen hin zu einem Kriegsende verständigt, das am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Eine wesentliche Streitfrage war bis zuletzt die Öffnung der Straße von Hormus.

Hier soll der Iran eingelenkt und eine Öffnung der Meerenge nach der Unterzeichnung versprochen haben. Im Gegenzug dafür ordnete US-Präsident Donald Trump (80) nach eigenen Angaben an, die US-Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufzuheben. Damit wurde eine der Hauptforderungen der Iraner erfüllt.Auch der Dienst TankerTrackers, der Schiffsbewegungen beobachtet, berichtete auf der Plattform X, ein mit zwei Millionen Barrel iranischem Rohöl beladener Supertanker habe die Blockadelinie der US-Marine durchbrochen. Weitere Tanker befänden sich nahe der Linie oder nicht mehr in iranischen Häfen.