Das iranische Staatsfernsehen hat nach eigenen Angaben einen Entwurf für ein erstes Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran erhalten, das ein Ende der Eskalation im Persischen Golf ermöglichen soll. Demnach würde der Iran den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen wieder auf das Niveau vor Kriegsbeginn anheben. Im Gegenzug sollen die USA ihre Streitkräfte aus der Nähe des Iran abziehen und die verhängte Seeblockade aufheben.

Der Entwurf sei noch nicht finalisiert worden, berichtete das Staatsfernsehen laut Reuters. Teheran werde ohne eine „greifbare Verifizierung“ der Vereinbarungen keine Schritte unternehmen. Militärschiffe seien von dem möglichen Abkommen ausdrücklich ausgenommen. Die Kontrolle des Schiffsverkehrs in der Meerenge solle gemeinsam mit Oman erfolgen. Die Finanzmärkte reagierten am Mittwoch sofort auf die neuen Berichte. Der europäische Gaspreis fiel zeitweise um rund fünf Prozent, auch die Ölpreise gerieten unter Druck. Reuters berichtete von einem Rückgang des Brent-Ölpreises um fast vier Prozent, US-Öl verlor zeitweise mehr als fünf Prozent. Anleger setzen offenbar darauf, dass sich die Lage im Golf entspannt und wichtige Lieferwege wieder geöffnet werden.