Besonders von der neuen Zollpauschale betroffen sind Plattformen wie Temu, Shein oder Ali Express, die in den vergangenen Jahren mit extrem günstigen Preisen und direktem Versand aus Asien den europäischen Markt aufgemischt haben. Die Händler dort hatten in vielen Fällen sogar größere Bestellungen in mehrere kleine aufgeteilt, um auf diese Weise den ansonsten fälligen Zoll zu umgehen, wenn der Warenwert oberhalb der Freigrenze von 150 Euro lag.Anzeige
Die Frage ist allerdings, welche Folgen das für Einkäufe bei diesen Anbietern hat. Wird nun tatsächlich jedes Paket teurer oder finden die Händler Mittel und Wege, die Gebühr zu umgehen? Und die wichtigste Frage aus Verbraucher:innensicht: Lohnt es sich noch, vor dem Stichtag schnell einzukaufen? Eine genaue Betrachtung der Änderungen zeigt, dass die Auswirkungen je nach Produktkategorie und Geschäftsmodell sehr unterschiedlich ausfallen werden.
EU will Wettbewerbsverzerrungen abbauen
Die Maßnahme der Europäischen Union verfolgt mehrere Ziele zugleich. Denn zum einen soll der Verwaltungsaufwand für die Zollbehörden besser finanziert werden. Rund 5,8 Milliarden Kleinsendungen wurden 2025 nach Angaben der EU-Kommission eingeführt, was etwa 15,9 Millionen Sendungen pro Tag entspricht. Das verursacht erhebliche Prüf- und Bearbeitungskosten – ein Aufwand, der realistischerweise durch die Zollbehörden nicht mehr zu leisten ist. Ein wichtiges Drehkreuz für die chinesischen E-Commerce-Plattformen wie Temu und Shein ist dabei der Flughafen Lüttich in Belgien. Nach Angaben des Flughafens wurden hier im vergangenen Jahr alleine rund 1,1 Milliarden E-Commerce-Transaktionen verarbeitet.Anzeige








