Schwarz-Grün? Davon wurde schon vor 30 Jahren geträumt, doch es klappte im Bund nie. Dabei hätte das was – wenn das Bündnis komplementär gedacht wird.
W ie die Boomer wissen, entstand die sogenannte Pizza-Connection Mitte der 1990er, damals noch in Bonn. Die jungen Politiker Cem Özdemir, Peter Altmaier, Armin Laschet, später auch Omid Nouripour und Jens Spahn, hingen beim Italiener ab. Darüber wurde medial wie über ein Weltwunder berichtet: Grüne und CDU essen zusammen Pizza, ja geht das denn? Dazu faselte man was von „Versöhnung“ der Bürgereltern und Bürgerkinder. Aber man hatte halt keine anderen Sorgen. Und dann gingen die Jahre ins Land, die „jungen Wilden“ wurden in hohen Ämtern alt, aber Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün im Bund kam bis heute nicht.
Diverse Gelegenheiten wurden verspielt, 2013 wegen Jürgen Trittins Linkskurs, 2017 als „Jamaika“ wegen Christian Lindner, 2021, weil Armin Laschet und Annalena Baerbock eine Mehrheit vergeigten. Nun scheint die Zeit über Grün und Schwarz als Bundesregierung hinweg, aber mangels Alternativen gilt das plötzlich als allerletzte Patrone der klassischen Parteiendemokratie. Oder ist es eine Platzpatrone?
Die Aufgabe ist klar. Zeigen, dass sich aus Vernunftgründen Leute von linksemanzipatorisch bis rechtskonservativ zusammentun können, um zentrale Zukunftsfragen voranzubringen: Bewahrung der planetarischen Grundlagen, Geopolitik, Europa, Wirtschaft, Verteidigung – alles Fragen, die nicht mit dem gemütlichen „rechts“ oder „links“ zu beantworten sind, wenn sie wirklich gelöst werden sollen.








