Proteste im Stadion bleiben weitgehend ausEs war eines der politisch brisantesten Spiele der WM-Geschichte: Gut 24 Stunden, nachdem im seit Februar schwelenden Krieg mit den USA und Israel ein Friedensabkommen verkündet wurde, stand für den Iran der WM-Auftakt gegen Neuseeland an. In Los Angeles, beim bisherigen Kriegsgegner. Proteste der in Kalifornien zahlreichen Exil-Iraner hatten die Partie im Vorfeld begleitet, im Stadion waren trotz Verbot viele historische "Schah-Flaggen" zu sehen und bei der iranischen Hymne ertönten deutlich vernehmbare Pfiffe.Wirrer Ausflug von Crocombe bleibt folgenlosDanach wurde jedoch Fußball gespielt. Angeführt von ihren Star-Kapitänen - Irans Taremi spielte einst bei Inter Mailand, der Neuseeländer Wood stürmt in der Premier League für Nottingham Forest - lieferten sich die Teams ein fehlerbehaftetes, aber unterhaltsames Hin und Her. Just brachte nach einer feinen Kombination, an der auch der Ex-Bayer Singh beteiligt war, die All Whites früh in Führung (7.). Wood hatte kurz darauf sogar das zweite Tor auf dem Fuß, wurde jedoch am Fünfmeterraum noch geblockt (15.).Die Iraner mussten sich nach dem Gegentreffer dagegen kurz schütteln, ein Pfostenknaller von Taremi (23.) weckte das Team Melli jedoch wieder auf. Nach einem wirren Ausflug von Crocombe verfehlte Ghoddos noch das leere Tor (28.), kurz darauf stupste Rezaeian den Ball mit dem Außenrist an Neuseelands Keeper vorbei zum Ausgleich ins Netz (32.). Per Hinterkopf köpfelte Moghanlou noch knapp drüber (45.+3), Nemati stand bei seinem Treffer zudem klar im Abseits (45.+5). So ging es mit dem leistungsgerechten Remis in die Kabine.Mohebi antwortet Just - Wood lässt Siegtreffer liegenNach dem Seitenwechsel kam vor allem der Iran strukturierter zurück auf das Feld, das Team Melli erarbeitete sich nun leichte optische Vorteile. Doch den Führungstreffer erzielte erneut Neuseeland, nach einem Doppelpass mit Wood traf Just zum Zweiten (54.). Doch diesmal ließen sich die Iraner nicht lange beirren: Mohebi scheiterte erst noch an Crocombe (57.), markierte sieben Minuten später auf Flanke von Rezaeian dann doch den erneuten Ausgleich.Zwar drängte der Iran in der Folge auf den Siegtreffer und zwang Neuseeland in den tiefen Verteidigungsblock. Doch der Lucky Punch sollte nicht mehr gelingen. Auch auf der anderen Seite ließ Wood aus bester Position eine Chance liegen (90.+3). So teilten die beiden Teams die Punkte. Die wichtigste Nachricht war jedoch, dass bei allen politischen Themen rund um das Spiel am Ende der Fokus auf dem Sport lag.Für den Iran geht es am zweiten Gruppenspieltag am Sonntag (21 Uhr) gegen die favorisierten Belgier. Neuseeland bekommt es in der Nacht zu Montag (3 Uhr) mit Ägypten zu tun.