Kampala. Die Europäische Union will Luau, ein vernachlässigtes Städtchen im Osten Angolas, in einen Logistik-Hub verwandeln. In der Region werden zwei Drittel des weltweit geförderten Industrierohstoffs Kobalt gefördert, zudem ein Fünftel des globalen Kupfers. Es ist ein strategisch wichtiger Ort.Auch große Vorkommen an Lithium, Coltan, Nickel und seltenen Erden gibt es hier. Die Rohstoffe werden etwa für Akkus von Elektroautos, Batteriespeicher und Legierungen von Militärjets benötigt. Bislang bezieht Europa diese Materialien aus China. Mit strategischen Beteiligungen am neuen Logistik-Hub in Luau möchte sich Europa aus dieser Abhängigkeit befreien.1300KilometerLänge soll die neue Güterzugstrecke durch Angola haben.Anfang Mai weihte Angolas Präsident João Lourenço in Luau den größten Solarpark im südlichen Afrika ein, gebaut von der deutschen Sektion der portugiesischen Firma MCA. In der Spitze werden hier 31 Megawatt erzeugt, fast 80-mal so viel, wie das kleine Kraftwerk leisten konnte, das hier vorher stand.Gepaart mit einem Batteriespeicher, kann das Kraftwerk 90.000 Menschen mit Strom versorgen – und die Güterzuglinie antreiben, die neuerdings die wertvollen Rohstoffe aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo an den westangolanischen Atlantik-Hafen Lobito bringt. Von dort sollen sie nach Europa transportiert werden. In Luau werden die Loks umgekoppelt, Waren verladen und registriert. Das neue Solarkraftwerk werde „einen großen Einfluss auf das Angebot an Logistik für die Region haben“, sagt Elisabete Alves, COO bei MCA.
Kupfer, Kobalt, Lithium: So will Europa China wichtige Rohstoffe wegnehmen
Große Mengen wichtiger Bodenschätze liegen im südlichen Afrika. Bislang werden sie vor allem von China genutzt. Doch mit einem Güterzugkorridor erschließt sich Europa nun den besseren Zugang.










