Der russische Herrscher Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzten am Sonntag ihre Gratulationstelefonate mit Trump, um diesen davon zu überzeugen, dass es um ihre jeweilige Sache militärisch gut stehe. Dem Zeitpunkt der Veröffentlichungen nach zu urteilen, sprach Selenskyj früher mit Trump als Putin. „Ausgezeichnet“ sei das Gespräch gewesen, teilte Selenskyj mit; er habe Amerika für alle Unterstützung gedankt, es sei wichtig, „jeden einzelnen Schritt dankbar im Gedächtnis zu behalten, von den Javelins bis zu den Patriots“.Erstere sind die Panzerabwehrwaffen, die 2022 dabei mithalfen, den russischen Vormarsch auf Kiew zu stoppen. Letztere die Flugabwehrraketen, die teuer und infolge des Irankriegs so selten geworden sind, dass Kiew jetzt an einer Alternative arbeitet, die vorige Woche angeblich „recht erfolgreich“ getestet wurde. Selenskyj hob hervor, er habe Trump „über die jüngsten Ereignisse auf dem Schlachtfeld informiert und darüber, wie sich unsere Position gestärkt hat“. Nach ukrainischen Angaben haben die Verteidiger jüngst mehr Gebiete zurückerobert, als die Invasoren neu besetzen konnten, Beobachter bestätigen das.Fünf getötete Rettungskräfte in CharkiwTrotzdem nutzte Putin seinen eigenen Gratulationsanruf, um Trump zu versichern, dass die Ukrainer „auf dem Schlachtfeld“ in einer „kritischen Lage“ seien. Das berichtete sein außenpolitischer Berater Jurij Uschakow. Daran würden „keinerlei Versuche des Kiewer Regimes etwas ändern, Schläge gegen die zivile Infrastruktur in Russland zu führen“. Am Wochenende lösten ukrainische Drohnen unter anderem einen Brand in einem Treibstofflager in Rybinsk gut 260 Kilometer nordöstlich von Moskau aus. In der Gegend fiel „schwarzer Regen“. Im Rüstungsstandort Tula 200 Kilometer südlich von Moskau wurden offiziellen Angaben zufolge drei Menschen bei einem Drohnenangriff in der Nacht auf Montag getötet.In derselben Nacht kamen auf ukrainischer Seite in der Stadt Charkiw offiziellen Angaben zufolge fünf Rettungskräfte durch einen Zweitschlag ums Leben. Sie löschten demnach einen Brand in einem Kunstmuseum, den ein erster Angriff ausgelöst habe. Etliche weitere kulturelle und kirchliche Stätten wurden in der Hauptstadt Kiew sowie in der Stadt Dnipro bei den russischen Angriffen in der Nacht zum Montag beschädigt. Dagegen sprach Russlands Verteidigungsministerium von „Objekten der Rüstungsindustrie“ und einer „Antwort auf Terrorakte des Kiewer Regimes“. In Kiew kamen laut Behörden fünf Menschen ums Leben.Vor allem nutzte Putin Trumps Geburtstag für eine neue Volte seiner 2024 begonnenen Charmeoffensive. Im Bemühen um Trumps Gunst geht der russische Herrscher weit, angefangen mit überbordenden Glückwünschen. Schon 2025 hatte Putin Trump telefonisch zum Geburtstag gratuliert. Als Putin selbst am 7. Oktober 73 Jahre alt wurde, gratulierte ihm Trump nicht.„Aufrichtig wünsche ich dir gute Gesundheit“Dennoch schickte Putin dem Jubilar nun zunächst eine Botschaft, die der Kreml veröffentlichte, ein Dokument der ganz auf Trump zugeschnittenen Einflussoperation. „Ich gratuliere dir, einem so herausragenden und außergewöhnlichen Menschen und Politiker, von ganzem Herzen zu deinem 80.“, schreibt Putin dem „lieben Donald“. Dann preist er das „zwischen uns entstandene gegenseitige Verständnis“ und lockt, gemeinsam könnten die beiden „den russisch-amerikanischen Beziehungen tatsächlich eine neue Qualität verleihen und viel zur Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität auf der Weltbühne beitragen“. Putin schließt, „aufrichtig wünsche ich dir gute Gesundheit, Glück, Wohlergehen und Erfolg“, und richtet Präsidentengattin „Melania und allen Mitgliedern deiner Familie meine besten Wünsche aus“.Das ergänzte Putin durch das laut Uschakow 55 Minuten lange Telefonat. Demnach pries Putin unter vielem anderen Trumps „Kämpferqualitäten“ sowie „die Fähigkeit, einen Schlag auszuhalten, erfolgreich Hürden zu überwinden und hartnäckig seine Ziele zu erreichen“. Trump sei, so Uschakow, „gerührt“ gewesen und habe hervorgehoben, dass ihn Putin als „einer der ersten ausländischen Staatschefs“ angerufen habe. Auch um die Themen Iran und die Ukraine ging es demnach.Uschakow zufolge erneuerte Putin seine Aufforderung an Selenskyj, für ein Treffen „doch nach Moskau“ zu reisen. Bald, versprach Uschakow, würden Trumps Emissäre Steve Witkoff und Jared Kushner, die jetzt noch „vollkommen mit iranischen Angelegenheiten beschäftigt“ seien, wieder nach Russland reisen.
Putin und Selenskyj gratulieren Trump zum Geburtstag
Zum achtzigsten Geburtstag gratuliert Russlands Herrscher dem amerikanischen Präsidenten überschwänglich. Russische Raketen treffen derweil Kulturstätten und Kirchen.










