PfadnavigationHomePanoramaBrief an Gericht„Ganz blödes Missgeschick“ – SWR fordert von Beitragsverweigerer mehr als eine Million EuroStand: 11:41 UhrLesedauer: 2 MinutenDer Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio Quelle: ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice/Ulrich ScheppEin Mann aus dem Landkreis Böblingen sollte laut einem Vollstreckungsschreiben mehr als eine Million Euro wegen nicht beglichener Rundfunkbeiträge zahlen. Der SWR bestätigt die Echtheit des Dokuments – und gesteht eine Panne ein.Das war ein Schock für einen Mann aus Baden-Württemberg: In einem Schreiben vom Amtsgericht Böblingen wurde eine Summe von 1.042.026 Euro gegen ihn geltend gemacht. „Die Forderung von 1.042.026,00 Euro besteht vollumfänglich“, heißt es in dem Schreiben, das der Beitragsservice im Auftrag des SWR an das Amtsgericht versandt hat. Der Gerichtsvollzieher solle Summe „zuzüglich Kosten“ eintreiben. Der SWR halte daran fest.Der Mann wehrt sich seit Jahren aus Prinzip gegen den Rundfunkbeitrag, wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet. Er hatte seine Zahlungen nach Angaben der Zeitung seit April 2023 eingestellt. Die tatsächlichen Rückstände würden also bei etwa 600 Euro liegen.Doch nun soll er mehr als eine Million Euro zahlen? Der SWR bestätigte gegenüber der Zeitung sowohl die Vollstreckungssache als auch die Echtheit des veröffentlichten Schreibens. SWR-Referatsleiter Nikos Seele sagte: „Was da ausgewiesen ist, liegt weit weg vom ursprünglichen Betrag. Das ist ein ganz blödes Missgeschick.“Sachverhalt werde intern aufgearbeitetWie die Millionensumme in das Schreiben gelangte, ist nach Angaben des Beitragsservice bislang unklar. Sprecher Dennis Sponholz erklärte laut „Stuttgarter Zeitung“: „Eine abschließende Rekonstruktion des genauen Fehlerhergangs ist uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.“ Der Sachverhalt werde im zuständigen Bereich und mit der betroffenen Person intern aufgearbeitet.Lesen Sie auchNach Darstellung des SWR hat der Vorgang keine Auswirkungen auf das laufende Vollstreckungsverfahren. Die dem Verfahren zugrunde liegende Forderung sei „rechtmäßig festgesetzt und berechtigt“, sagte Sponholz der Zeitung. Auch SWR-Referatsleiter erklärte, das Zwangsvollstreckungsverfahren werde weiter betrieben. Aus Sicht des SWR wird der Betroffene die ausstehenden rund 600 Euro bezahlen müssen. Eine Kulanzregelung sei rechtlich nicht möglich. Lesen Sie auchAuch andere Fälle zeigen, dass beim Rundfunkbeitrag nicht immer alles reibungslos läuft. So soll einem Studenten über Jahre hinweg ein zweites Beitragskonto für dieselbe Wohnung zugeordnet worden sein. Erst nach Einschaltung eines Bürgerbeauftragten soll der Beitragsservice die Doppelanmeldung eingeräumt haben. Bereits gezahlte Beiträge erhielt der Betroffene jedoch nicht vollständig zurück.Verbraucherschützer berichten zudem immer wieder von fehlerhaften Zahlungsaufforderungen in Wohngemeinschaften oder nach Umzügen, obwohl für die betreffende Wohnung bereits Rundfunkbeitrag entrichtet wird. Ursache sind häufig doppelte Anmeldungen oder unvollständig verarbeitete Meldedaten. Auch technische Pannen können zu Problemen führen: Der Beitragsservice musste in der Vergangenheit bereits Fälle korrigieren, in denen Beitragszahler versehentlich doppelt belastet wurden. coh
Rundfunkbeitrag: „Ganz blödes Missgeschick“ – SWR fordert von Beitragsverweigerer mehr als eine Million Euro - WELT
Ein Mann aus dem Landkreis Böblingen sollte laut einem Vollstreckungsschreiben mehr als eine Million Euro wegen nicht beglichener Rundfunkbeiträge zahlen. Der SWR bestätigt die Echtheit des Dokuments – und gesteht eine Panne ein.






