Libanon: Israel setzt Luftangriffe im Süden fort Die israelische Armee hat ihre Angriffe im südlichen Libanon nach dortigen Angaben trotz des verkündeten Rahmenabkommens im Iran-Krieg vorerst fortgesetzt. Israel habe unter anderem die Umgebung der Stadt Nabatija angegriffen, berichtete die Staatsagentur NNA am Morgen. Bei einem Drohnenangriff habe es mehrere Verletzte gegeben. Augenzeugen berichteten ebenfalls von neuen israelischen Angriffen im Raum der strategisch wichtigen Stadt. Libanesische Sicherheitskreise berichteten von Angriffen in Südlibanon mit Artillerie und Drohnen durch die Nacht und bis in die Morgenstunden mit einer vorübergehenden Pause. Der Beschuss und die Drohnenangriffe gingen demnach am Morgen aber weiter. Von Israel gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Israels Armee berichtete aber von neuen Angriffen in der Nacht auf israelisches Gebiet. Die Flugabwehr habe eine aus Libanon kommende Drohne abgefangen, teilte die Armee mit. Auch die Hisbollah beanspruchte neue Angriffe für sich. Sie habe unter anderem israelische Soldaten im südlichen Libanon angegriffen, etwa in der Nähe der wichtigen Burg Beaufort, und einen Artillerieposten. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kündigte unterdessen an, dass sich die israelische Armee nicht aus den in Libanon besetzten Gebieten zurückziehen werde. Sollte Iran Israel wegen der Ereignisse in ​Libanon angreifen, werde das Land Vergeltung üben, kündigt Katz in einer Erklärung zudem an. Kallas spricht von möglichem DurchbruchDie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kommentiert die Einigung nüchtern. Die Umsetzung der Vereinbarung habe das Potential, die weltweite Energiekrise zu lindern, schreibt sie in sozialen Netzwerken. Sie habe in den vergangenen Tagen mit Vertretern aus den Golfstaaten und Iran gesprochen und die EU werde sich weiterhin bemühen, zu einer nachhaltigen Lösung beizutragen. Kommissionspräsidentin Von der Leyen lobt Vereinbarung Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, begrüßt die Vereinbarung in den sozialen Netzwerken. Vorrangig sei nun die „rasche und vollständige Umsetzung durch alle Beteiligten“. Es könne aber keinen Frieden im Nahen Osten geben, während Libanon in Flammen stehe, gab sie zu bedenken. Aus der Auseinandersetzung zieht sie auch eine Lehre für Brüssel: Die EU müsse ihre Versorgungswege diversifizieren und alternative Exportkorridore erschließen. „Schiffe dieser Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“ Mit diesen Worten verkündete US-Präsident Donald Trump in der Nacht in den sozialen Medien die Einigung mit Iran. Eurokurs steigt nach Vereinbarung Der Euro hat am Montag mit einem Kurssprung auf das Abkommen zwischen den USA und dem Iran reagiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1615 US-Dollar gehandelt und damit klar höher als am Freitagnachmittag, bevor erste Hinweise auf eine mögliche Friedenslösung die Runde gemacht hatten. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1567 Dollar festgesetzt. Qatar lobt RahmenabkommenDer Golfstaat Qatar hat das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran als wichtigen Schritt zur „Festigung eines nachhaltigen Friedens“ bezeichnet. Dieses würde „regional und international wirtschaftliches Wachstum fördern“, teilte das qatarische Außenministerium der Staatsagentur QNA zufolge mit. Die USA und der Iran hätten sich entschlossen gezeigt dabei, „Differenzen durch Verhandlungen und friedliche Mittel zu lösen“. Europäer hoffen auf Frieden und StabilitätNach den jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und Iran hoffen die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien auf ein Ende des Konflikts. „Mit dem Abkommen öffnet sich eine Gelegenheit, die Region und die Weltwirtschaft wieder zu stabilisieren“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. Jetzt sei entscheidend, „die Folgeverhandlungen über die Einzelheiten abzuschließen und die Vereinbarung rasch und umfassend umzusetzen“, so die Staats- und Regierungschefs. „Wir werden eng mit den USA, Iran und den regionalen Partnern zusammenarbeiten, um diese Gelegenheit zu nutzen, die neue Dynamik zu stärken und eine dauerhafte diplomatische Lösung zu erreichen.“ Zugleich betonten die europäischen Politiker, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe. „Außerdem bekräftigen wir unsere volle Unterstützung für die Stabilität, Souveränität und territoriale Integrität des Libanon. Wir betonen die große Bedeutung eines robusten Waffenstillstands.“ Sabrina FrangosIrans Nationaler Sicherheitsrat gibt Einigung auf Absichtserklärung bekanntDer Nationale Sicherheitsrat von Iran gibt die Einigung auf den ​Text der Absichtserklärung mit den USA bekannt. Die Unterzeichnung sei für den 19. Juni geplant, teilt das Gremium mit und bestätigt damit die Angaben des pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif. Damit würden nach iranischen Angaben ⁠der Krieg und die militärischen Operationen an allen Fronten, einschließlich von Libanon, ab sofort und dauerhaft enden. Zudem werde die Seeblockade gegen den Iran unverzüglich und vollständig aufgehoben. Gespräche über ein endgültiges Abkommen würden beginnen, sobald die USA ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung erfüllt hätten. Zuvor hatte Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi im staatlichen Fernsehen bereits ein sofortiges Ende des Krieges in der Nacht zum Montag angekündigt.Sabrina FrangosUN-Chef: Einigung zwischen USA und Iran „entscheidender Schritt“UN-Generalsekretär António Guterres hat die Einigung zwischen den USA und Iran als „entscheidenden Schritt“ auf dem Weg zu einer friedlichen Dauerlösung des Konflikts gewürdigt. Er bedanke sich bei allen, die dazu beigetragen hätten, und hoffe, dass die Beteiligten diesen Moment nun nutzen, um mit noch mehr Anstrengung eine endgültige Beilegung des Konflikts zu erreichen, sagte Guterres. Die Vereinten Nationen stünden jederzeit zur Unterstützung bereit.Sabrina FrangosÖlpreise fallen nach Einigung zwischen Iran und USADie Ölpreise sind infolge der Einigung zwischen den USA und dem Iran deutlich gefallen. Der Preis für die weltweite Referenzsorte Brent mit Lieferung im August fiel um knapp vier Prozent auf rund 84 US-Dollar je Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI mit Lieferung Ende Juli fiel in den USA am Sonntagabend (Ortszeit) ähnlich stark auf gut 81 Dollar pro Fass je 159 Liter. Die Leitindizes der Börsen in Japan und Südkorea legten deutlich zu. Der japanische Nikkei 225 legte gegen 5 Uhr (MESZ) um 5,3 Prozent zu, der südkoreanische Kospi stieg zum selben Zeitpunkt um 5 Prozent. Auch in China und Hongkong ging es nach oben, wenn auch weniger deutlich: Der Shanghai Composite lag rund 30 Minuten nach Handelsstart mit 1,1 Prozent im Plus, der Hang-Seng-Index in Hongkong gewann 0,4 Prozent. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen stieg zuletzt um 1,2 Prozent.Nach Beginn des Irankriegs Ende Februar hatte Teheran die Schifffahrt in der Straße von Hormus mit Drohungen und Angriffen weitestgehend zum Erliegen gebracht, weshalb die Energiepreise weltweit anstiegen. Die Meerenge ist von entscheidender Bedeutung für den Export von Öl und Flüssiggas aus den rohstoffreichen Staaten am Persischen Golf.Sabrina FrangosMedien: Trump droht bei Scheitern des Atomabkommens mit erneuten AngriffenUS-Präsident Donald Trump droht einem Medienbericht zufolge ​Iran mit neuen militärischen Angriffen, falls kein endgültiges Atomabkommen mit den USA zustande kommt. Alternativ würden die USA gegen eine Beteiligung von 20 Prozent an den Einnahmen der Region ⁠als „Wächter des Nahen Ostens“ auftreten, sagt Trump der Zeitung „New York Times“. Die von ihm erzielte Vereinbarung mit der Regierung in Teheran stelle letztlich sicher, dass die Straße von Hormus „dauerhaft gebührenfrei“ bleibe, erklärt er weiter. Zudem habe er Israel trotz der Einwände des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor der nuklearen Vernichtung bewahrt.Sabrina FrangosAgentur: Iran veröffentlicht weitreichende Details zu geplantem Abkommen mit den USADie iranische Nachrichtenagentur Mehr veröffentlicht Details aus dem 14-Punkte-Entwurf ⁠für eine Absichtserklärung zwischen den USA und Iran. Demnach sieht das Papier ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Krieges an allen Fronten einschließlich des Libanons vor. Innerhalb von 30 Tagen sollen die ‌US-Seeblockade vollständig aufgehoben und die Straße von Hormus unter iranischer Regie wieder geöffnet werden. Zudem sollen die Sanktionen gegen iranische Öl- und Petrochemie-Verkäufe ausgesetzt und eingefrorene iranische Gelder in Höhe von ‌24 Milliarden Dollar freigegeben werden. ‌Die Hälfte dieser Mittel müsse ebenso wie die Aufhebung der Seeblockade und der Ölsanktionen gewährt werden, bevor die abschließenden Verhandlungen beginnen. Diese Gespräche sollen 60 Tage dauern und sich auf Nuklearfragen sowie die vollständige Aufhebung der ​Sanktionen konzentrieren. Das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung ⁠von Widerstandsgruppen sind dem Bericht zufolge von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die USA und ihre Verbündeten müssen zudem Wiederaufbaupläne für den Iran ​im Volumen von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Ein endgültiges Abkommen soll durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gebilligt werden.Sabrina FrangosDeutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien begrüßen US-iranische EinigungDeutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien begrüßen die Ankündigung einer Absichtserklärung zwischen den USA und Iran. Der Iran dürfe niemals ⁠in den Besitz einer Atomwaffe gelangen, teilen die Staats- und Regierungschefs der sogenannten E4-Staaten in einer gemeinsamen Erklärung mit. Man sei bereit, entsprechende Sanktionen aufzuheben, wenn die Regierung in Teheran klare und überprüfbare Schritte bei ihrem Atomprogramm unternehme. Zudem sei die dringende Wiedereröffnung der Straße ‌von Hormus mit bedingungsloser und uneingeschränkter Schifffahrtsfreiheit unerlässlich. Die vier europäischen Länder seien bereit, zu diesem Zweck mit den USA, dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus bekräftigen die Staaten ihre volle Unterstützung für die Stabilität, Souveränität und territoriale Unversehrtheit des Libanon ‌sowie die Bedeutung eines stabilen Waffenstillstands.Mehr ladenTickarooLive Blog Software