Der Dax wird am Montag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Gewinnen in den Handel starten. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex ⁠1,8 Prozent höher bei 24.635 Punkten geschlossen. Für steigende Kurse an den Börsen in Europa und in den USA sorgten ein erfolgreiches Börsendebüt des Raumfahrt-Konzerns SpaceX und die ‌Hoffnung auf eine Lösung des US-Iran-Konflikts.Mittlerweile haben sich die USA und der Iran auf ein Friedensabkommen geeinigt, wie US-Präsident Donald Trump, das iranische Außenministerium, Irans Nationaler ‌Sicherheitsrat und der Vermittlerstaat Pakistan ‌in der Nacht zum Montag mitteilten. Die offizielle Unterzeichnung der Vereinbarung sei für kommenden Freitag (19. Juni) geplant. „Dennoch verbleiben auf dem Weg einige Risiken“, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.Der Experte erwartet unter anderem noch „lange und ⁠komplizierte“ Gespräche zum iranischen Atomprogramm und zum Verhalten Israels gegenüber dem Libanon. „Diese verbleibenden Risiken blenden die Börsianer heute aus. Auf dem Parkett geht es jetzt vor allem um die zeitnahe Öffnung der Straße ⁠von Hormus.“Am Montag ‌treffen sich zudem im französischen Evian die G-7-Staats- und Regierungschefs zu einem dreitägigen Gipfel. Dabei soll es zum einen um die Kriege im Iran und der Ukraine, die damit ⁠zusammenhängenden Probleme ⁠der Weltwirtschaft sowie die Folgen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz gehen. Im Fokus bei den Konjunkturdaten ⁠stehen die Zahlen ⁠zum Außenhandel und zur Industrieproduktion in der Euro-Zone im April. Am Nachmittag folgen die Zahlen für ‌die US-Industrie im Mai.Die Einigung hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag kräftig beflügelt. Der japanische Leitindex Nikkei sprang um 3,4 Prozent auf 68.261 Punkte und überwand im Handelsverlauf zeitweise sogar erstmals die Marke von 69.000 Zählern. Der ⁠breiter gefasste Topix kletterte um 2,4 Prozent auf 3976,22 Punkte. Analysten mahnten trotz dezur Vorsicht. „Dies ist schlichtweg die Reaktion des Marktes auf das Abkommen - nicht mehr und nicht weniger“, sagte Shingo Ide, Chef-Aktienstratege beim NLI Research Institute. ⁠Die entscheidende Frage sei nun, ob die Vereinbarung tatsächlich umgesetzt werde.Ölpreise sinken kräftigDie Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus, einem Nadelöhr für ⁠ein Fünftel der ⁠weltweiten Ölversorgung, ließ die Preise am Rohstoffmarkt deutlich abrutschen. Händler bauten die geopolitische Risikoprämie aggressiv ab. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der ⁠Nordsee um 4,7 Prozent auf 83,25 Dollar je Barrel (159 ⁠Liter). Das US-Öl WTI notierte 5,6 Prozent schwächer bei 80,20 Dollar.Auch an den US-Börsen hatten die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten und damit ‌einhergehende Zinssenkungsfantasien bereits vor dem Wochenende für gute Stimmung gesorgt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Freitag mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 51.202 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 7.431 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,3 Prozent auf 25.888 Stellen an.Am Devisenmarkt sorgten die sinkenden Anleiherenditen und die gestiegene Risikobereitschaft für Bewegung. Im asiatischen Devisenhandel ⁠gewann der ‌Dollar geringfügig auf 160,13 Yen und legte leicht auf 6,7575 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,4 Prozent niedriger bei 0,7940 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,3 Prozent auf 1,1598 Dollar und gab um 0,1 Prozent auf 0,9209 Franken nach.